Wasserschaden – Wann zahlt die Hausratversicherung?

• Katja Nauck • 156 Kommentare • 

Ein Rohrbruch im Bad oder eine defekte Waschmaschine können schnell einen Großteil der Wohnung unter Wasser setzen. Für Sie als Mieter oder Eigentümer sitzt der Schock zunächst tief, denn jetzt kommt Einiges auf Sie zu. Wir erklären, wie Sie jetzt handeln sollten, um den Schaden möglichst gering zu halten und welche Leistungen von der Hausratversicherung übernommen werden.

Wie verhalte ich mich bei einem Leitungswasserschaden?

Zuallererst heißt es Ruhe bewahren und einmal tief durchatmen. Dann empfehlen wir Ihnen sich an die folgenden Schritte zu halten, um den entstandenen Schaden einzudämmen, zu dokumentieren und an Ihre Versicherung zu übermitteln.

1. Hauptwasserhahn verschließen:

Die Versicherung erwartet bei einem Wasserschaden, dass der Versicherte so schnell wie möglich versucht, den eingetretenen Schaden so gering wie möglich zu halten. Um den Schaden also möglichst schnell einzudämmen, schließen Sie umgehend den Hauptwasserhahn. Dieser befindet sich meist im Badezimmer oder in der Küche. In selten Fällen auch im Keller. Wenn Elektrogeräte betroffen sind, stellen Sie zusätzlich den Strom ab.

2. Schäden fotografieren:

Um das Ausmaß des entstandenen Schadens zu dokumentieren, sollten Sie Fotos für die Versicherung machen. Fotografieren Sie sowohl die gesamte Schadenssituation als auch jeden beschädigten Gegenstand im Detail. So können Sie bei der Schadensmeldung direkt die “Beweisfotos” an die Versicherung schicken und dadurch ggfs. den Prozess der Schadensregulierung beschleunigen.

3. Inventar sichern:

Versuchen Sie leichte Möbelstücke, elektronische Geräte und weiteres Inventar zu retten und an einen trockenen Ort zu bringen. Vor allem die elektronischen Geräte sollten Sie zuerst in Sicherheit bringen und sehr vorsichtig agieren, sollten diese mit Wasser in Berührung gekommen sein. Wenn diese noch angeschlossen sind, schalten Sie vorher die Sicherung aus.

4. Folgeschäden vermeiden:

Das Wasser sollte nun umgehend entfernt werden. Sie können das Wasser abpumpen oder abschöpfen, um Schimmel oder Schäden an der Bausubstanz vorzubeugen. Zusätzlich sollten Sie Fenster und Türen öffnen. So verringern Sie die Luftfeuchtigkeit und wirken der Schimmelbildung ebenfalls entgegen.

5. Schaden melden:

Als nächsten Schritt sollten Sie umgehend Ihre Versicherung informieren. Kontaktieren Sie Ihren Versicherungsmakler oder direkt das Versicherungsunternehmen und schildern Sie den Schadenshergang. Als Friendsurance-Kunde melden Sie uns den Schaden und wir kümmern uns um die Kommunikation mit Ihrer Versicherung.

Sie müssen für die Versicherung ein Schadensprotokoll ausfüllen und den Schadenshergang beschreiben. Generell muss man Fotos des Schadens und Kostenvoranschläge für die Maßnahmen der Versicherung vorlegen. Das gleiche gilt übrigens ebenfalls für Folgeschäden – sie müssen der Versicherung sofort mit Bildern und Kostenvoranschlägen mitgeteilt werden, sobald diese sichtbar werden.

6. Schadensregulierung:

Sollte Ihre gesamte Wohnung unter Wasser stehen und Sie können der Situation allein nicht Herr werden, wird meist eine Trocknungsfirma von der Versicherung beauftragt. Diese befreit das Gebäude von Feuchtigkeit und bewahrt Ihre Möbel vor dem Sperrmüll. Ob eine Trocknungsfirma engagiert und die Kosten übernommen werden, entscheidet das Versicherungsunternehmen nach Prüfung des Einzelfalls.

In der Regel ersetzen die Versicherungen die beschädigten Gegenstände in gleicher Art und Güte in Form einer Geldzahlung. Bei teuren Gegenständen lohnt es sich die Kaufbelege aufzubewahren, um eine reibungslose Schadensabwicklung zu ermöglichen. Alternativ können Sie auch Hersteller und Modell angeben.

Ist ein weiteres Bewohnen der Wohnung oder des Hauses gar unzumutbar, dann können, ebenfalls mit Vorlage von Beweisfotos sowie Belegen wie einem Mietvertrag oder einer Hotelrechnung, die Unterbringungskosten übernommen werden.

Arbeitsstunden, die man selbst damit verbringt, Wasser und Feuchtigkeit zu entfernen, zahlt die Versicherung übrigens ebenso aus.

Achtung: Die Hausratversicherung verlangt eine regelmäßige Kontrolle der wasserführenden Anlagen – falls Sie als Eigentümer zu lange abwesend waren und diese Anlagen nicht kontrolliert wurden, kann das Probleme bringen!

Welche Leitungswasserschäden übernimmt die Hausratversicherung?

Die Hausratversicherung springt ein, wenn in Folge eines der unten beschriebenen Schäden unerwartet Wasser austritt und das Mobiliar sowie weitere Gegenstände in der Wohnung beschädigt.

Hinweis: Diese Angaben sind Erfahrungswerte aus den letzten Jahren und keine Garantie für die Schadensregulierung durch Ihre Versicherung!

Schäden, die übernommen werden:

  • Unfälle mit der Waschmaschine oder dem Geschirrspüler
  • Rohrbrüche (oder der mit dem Rohrsystem verbundenen Schläuche)
  • Leck-Schäden von Heizungsanlagen und Wärmepumpen
  • Beschädigungen von Wasserbetten oder Aquarien (wobei nicht der Inhalt des Aquariums versichert ist)
  • auch in anderen Wohnungen ausgelöste Schäden – gerade in Mehrfamilienhäusern kann sich ein Leck-Schaden von der oberen Etage durch die darunter liegenden ziehen (wenn nicht die Haftplichtversicherung des Nachbarns dafür aufkommt)
  • je nach Vertrag: Naturkatastrophen wie Sturmfluten, Lawinen oder Erdrutsche

Schäden, die nicht übernommen werden:

  • zusätzliche Schäden an der Wohnung, neben der Einrichtung (hierfür ist die Wohngebäudeversicherung des Hauseigentümers zuständig)
  • einfache Durchnässungsschaden, z.B. durch ein achtlos offengelassenes Fenster, durch welches es in die Wohnung regnet oder durch einen umgefallenen Putzeimer
  • Wasserschäden außerhalb des Hauses, etwa in der Garage

Es kann schnell passieren, dass Hausrat- und Haftpflichtversicherung verwechselt werden, wenn es um das Thema Wasserschaden geht. Es gilt: Verursachen Sie selbst einen Wasserschaden in Ihrer Wohnung, springt die Hausratversicherung ein. Zieht der Wasserschaden auch noch Beschädigungen in benachbarten Wohnungen mit sich, dann ist dies ein Fall für Ihre Haftpflichtversicherung.

Liebe Leser, wir helfen Ihnen gern weiter. Wir sind jedoch als Makler lediglich in der Lage eine Aussage zu geben, wenn wir auch den konkreten Fall kennen und der Kunde bei uns in Betreuung ist. Wir können leider keine Aussagen zur Schadensregulierung treffen, wenn wir die Versicherungstarife nicht kennen. Dies kann nur Ihr Versicherungsunternehmen. Daher empfehlen wir Ihnen dringend, sich bei einem Wasserschaden immer sofort mit Ihrem Makler oder betreffenden Versicherungsunternehmen in Verbindung zu setzen. Sehr gern können wir Sie als Makler betreuen, wenn Sie dies wünschen und Sie können all Ihre Versicherungen digital und papierlos verwalten.

Dieser Artikel wurde am 30.07.2018 aktualisiert.

Katja Nauck war bis November 2016 Social-Media-Managerin bei Friendsurance und verantwortete den Content im Friendsurance Blog. Sie sammelte bereits Erfahrung als Blogredakteurin und Social Media Verantwortliche für verschiedene Startups und Verlage.

Fristlos gekündigt: Wie Sie jetzt handeln sollten!

• Katja Nauck • Keine Kommentare • 

Sie haben überraschend eine fristlose Kündigung erhalten fragen sich, wie Sie in den nächsten Wochen und Monaten Ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen? Dann sollten Sie jetzt einen kühlen Kopf bewahren! Anhand unserer 7 Punkte können Sie Ihre Kündigung auf Rechtmäßigkeit überprüfen. Außerdem geben wir Ihnen hilfreiche Tipps an die Hand um Ihnen durch diese schwierige Zeit zu helfen.

  1. Ist die Kündigung rechtmäßig?
  2. Was sind mögliche Gründe für eine außerordentliche Kündigung?
  3. Welche Personen dürfen nicht fristlos gekündigt werden?
  4. Welche Hilfe bietet eine Arbeitsrechtsschutzversicherung?
  5. Was müssen Sie bei einer Kündigungsschutzklage beachten?

Wenn Sie eine außerordentliche (fristlose) Kündigung erhalten haben, sitzt der Schock wahrscheinlich tief. Denn für die meisten Arbeitnehmer, kommt dieser Schritt überraschend. Trotzdem hilft es nun klare Gedanken zu fassen und schnell zu handeln. Denn mit Hilfe der folgenden Kriterien können Sie zuerst überprüfen, ob die Kündigung überhaupt rechtmäßig war.


Das alles sind einzelne Punkte, anhand derer Sie überprüfen können, ob die fristlose Kündigung rechtens war. Dabei reicht es oft schon aus, wenn einer dieser Punkte vom Arbeitgeber nicht erfüllt wurde. Wenn die Kündigung z.B. nur per Mail übermittelt wurde oder wenn der Mitarbeiter, der die Kündigung unterschrieben hat, gar nicht dazu bevollmächtigt ist, können Sie gegen die fristlose Kündigung vorgehen. Doch Vorsicht: Die Entscheidung darüber, ob die Kündigung rechtmäßig war oder nicht, kann im Zweifelsfall nur ein Gericht treffen. Haben Sie begründete Zweifel an der Rechtmäßigkeit, suchen Sie einen Anwalt auf, der Sie bei diesem Vorhaben unterstützen kann. Eine Rechtsschutzversicherung (speziell der Baustein Arbeitsrecht), kann Sie dabei vor den hohen Anwalts- und Gerichtskosten bewahren.

Laut Punkt 3 der Infografik muss ein wichtiger Grund vorliegen, um als Arbeitgeber eine fristlose Kündigung aussprechen zu können. Daher haben wir einige Gründe zusammengestellt, die in vergangenen Fällen von Arbeitsgerichten als wichtige Gründe anerkannt wurden:

  • Diebstahl, Betrug oder Veruntreuung
  • Körperliche Bedrohungen gegenüber des Arbeitgebers/ Kollegen
  • Verstöße gegen das Alkoholverbot
  • Geschäftsschädigendes Verhalten
  • Sexuelle Belästigungen
  • Fälschung von Dokumenten
  • Unerlaubte Urlaubsverlängerung
  • Androhung einer Krankmeldung

Sonderkündigungsrechte bei Kleinbetrieben

Kleinbetriebe mit weniger als 10 Mitarbeitern stellen eine Besonderheit dar, denn sie sind nicht an das Kündigungsschutzgesetz gebunden. Diese Ausnahmeregelung bedeutet allerdings nicht, dass der Arbeitgeber nach eigenem Belieben kündigen darf. Er muss laut Anwalt.de ein Mindestmaß an sozialer Rücksichtnahme einhalten und sich an die zivilrechtlichen Generalklauseln halten.

Wie bereits in Punkt 5 der Infografik erwähnt, gibt es Personengruppen, die einem besonderen Kündigungsschutz unterliegen. Sie dürfen ausschließlich mit einer Ausnahmeregelung der Behörden gekündigt werden. Der Kündigungsschutz gilt laut §1 KSchG für Betriebe mit mehr als 10 Arbeitnehmern und bei einer Betriebszugehörigkeit von mindestens 6 Monaten.

Folgende Personengruppen sind vor fristloser Kündigung geschützt:

  • Schwangere
  • Mütter und Väter in Elternzeit
  • Schwerbehinderte
  • Mitglieder des Betriebsrats

Für Schwangere gilt der Kündigungsschutz bereits ab dem ersten Tag der Schwangerschaft. Die Arbeitnehmerin muss daher im Fall einer Kündigung, wenn nicht bereits geschehen,  innerhalb einer zweiwöchigen Frist dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft mitteilen. Das bedeutet, dass die Angestellte dem Kündigungsschutz unterliegt, auch wenn sie ihrem Arbeitgeber noch nicht mitgeteilt hat, dass sie ein Kind erwartet. Die fristlose Kündigung seitens des Arbeitgebers ist also unwirksam, wenn er innerhalb der Frist über die Schwangerschaft in Kenntnis gesetzt wird.

Für Väter mit Kindern unter 3 Jahren greift der Kündigungsschutz, sobald der Antrag auf Elternzeit abgeschickt wurde. Befürchten Sie, dass eine fristlose Kündigung ansteht, dann können Sie direkt eine Eltern- bzw. Elternteilzeit beantragen. Vor allem bei internen Umstrukturierungen kann das eine Hilfe sein, die schwierige Phase ohne Jobverlust zu überstehen.

Eine Rechtsschutzversicherung mit Arbeitsrechtsschutz schützt Sie vor großen finanziellen Belastungen durch Anwalts- und Gerichtskosten.

Die Klageerhebung an sich kostet nichts. Auch das Gerichtsverfahren mit positivem Ergebnis ist für Sie kostenlos, wenn Sie sich selbst vertreten. Verlieren Sie jedoch den Prozess, dann tragen Sie alle Kosten inklusive den Anwaltskosten der gegnerischen Partei selbst. Mit einer Rechtsschutzversicherung wird Ihnen je nach Tarif ein Anwalt gestellt oder Sie können selbst einen Anwalt auswählen. In diesem Fall zahlen Sie keinerlei Gerichts- oder Anwaltskosten. Der Anwalt kann Sie bereits vor der Klageerhebung beraten, ob die Klage seiner Erfahrung nach erfolgsversprechend ist oder eher nicht.

Sofern Sie nicht über eine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft abgesichert sind, ist ein Arbeitsrechtsschutz sinnvoll. Denn laut Statistischem Bundesamt gab es 2014 über 40.000 Klagen vor Arbeitsgerichten in Deutschland. Sie sollten daher nicht warten bis der Ärger mit Ihrem Chef beginnt, denn bei bereits begonnenen Verfahren zahlt eine neu abgeschlossene Rechtsschutzversicherung nicht.

Eine fristlose Kündigung kommt in den meisten Fällen überraschend. Dennoch ist es wichtig in dieser schweren Situation schnell zu handeln. Nach dem Erhalt einer außerordentlichen Kündigung bleiben nur drei Wochen Zeit um dagegen vorzugehen. Andernfalls gilt diese als rechtswirksam. Dies kann eine Sperre des Arbeitslosengeldes für bis zu 12 Wochen zur Folge haben.

Wenn Sie an der Rechtmäßigkeit der Kündigung zweifeln, gibt es die Möglichkeit eine Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht einzureichen. Dafür reichen Sie die fristlose Kündigung, den Arbeitsvertrag, die Gehaltsnachweise und relevante Unterlagen wie E-Mails oder Zeugenaussagen ein. Nun prüft das Gericht, ob die fristlose Kündigung rechtmäßig ist.

Der Gang zum Arbeitsgericht lohnt sich. Denn laut Dr. jur. R. Hildebrandt sind die Hürden für eine wirksame fristlose Kündigung so hoch, dass viele Kündigungen der Prüfung durch das Gericht nicht standhalten. Es kommt zum Vergleich beider Parteien, der eine ordentliche Kündigung zur Folge hat oder eine Weiterbeschäftigung mit milderen Konsequenzen.

Vorteile einer Umwandlung in eine ordentliche Kündigung:

  • Ihr Gehalt wird bis zum Ende der Kündigungsfrist gezahlt.
  • Es erfolgt keine anschließende Sperrfrist.
  • Ihr Lebenslauf bleibt makellos, da das Ausscheiden zu einem üblichen Termin erfolgte.
  • Ihr Ruf wird nicht beschädigt.
  • Eventuell haben Sie Chancen auf eine Abfindung.

Sie sehen schon, dass die Chancen auf eine Abwendung der fristlosen Kündigung gut stehen und sie unbedingt dagegen vorgehen sollten (natürlich nur, wenn Sie sich nichts vorzuwerfen haben). Wir drücken Ihnen die Daumen und hoffen, dass Sie diese unangenehme und schwierige Situation gut meistern!

Katja Nauck war bis November 2016 Social-Media-Managerin bei Friendsurance und verantwortete den Content im Friendsurance Blog. Sie sammelte bereits Erfahrung als Blogredakteurin und Social Media Verantwortliche für verschiedene Startups und Verlage.

Wartezeit bei der Rechtsschutzversicherung: Ab wann sind Sie wirklich versichert?

• Katja Nauck • 2 Kommentare • 

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass man beim Abschluss einer Rechtsschutzversicherung direkt vollen Versicherungsschutz genießt. Jedoch gilt bei einigen Leistungen eine Wartezeit, in der die Versicherung noch nicht einspringt. In einer Infografik sehen Sie, wie lang die Wartezeit bei einzelnen Leistungen ausfällt.

  1. Welche Wartezeit gilt bei welcher Leistung?
  2. Was bedeutet die Wartezeit bei einer Rechtsschutzversicherung?
  3. Warum haben manche Bereiche eine sehr lange Wartezeit?
  4. Für welche Leistungen gibt es keine Wartezeit?
  5. Wann sollte man eine Rechtsschutzversicherung abschließen?


Der folgenden Infografik können Sie die Wartezeiten der einzelnen Leistungen mit konkreten Beispielen entnehmen.

Von gar keiner Wartezeit bis hin zu 36 Monaten reicht die Zeitspanne bei der Wartezeit der einzelnen Leistungen. Die Ursachen der Unterschiede werden Absatz 3 erklärt.

Job, Verkehr, Wohnung und Familie – hier kommt es bei den Deutschen am häufigsten zu Streitigkeiten, die am Ende in einer gerichtlichen Auseinandersetzung enden. Eine Rechtsschutzversicherung greift in diesen Fällen dem Betroffenen finanziell unter die Arme und deckt die entstehenden Kosten. In der Regel übernimmt eine Rechtsschutzversicherung die Gerichtskosten, die Anwaltskosten (sowohl vorgerichtlich als auch gerichtlich) und die Kosten für einen Sachverständigen. Jedoch sollte man sich immer im Vorhinein bei der eigenen Rechtsschutzversicherung erkundigen, ob die jeweiligen Leistungen abgedeckt sind und die Kosten für einen Anwalt im speziellen Fall auch übernommen werden. Erst nach einer Zusage sollte der Anwalt beauftragt werden.

Die Rechtsschutzversicherung für private Haushalte gliedert sich in vier Bausteine:

  • Privatrechtsschutz
  • Mietrechtsschutz
  • Berufsrechtsschutz
  • Verkehrsrechtschutz

Diese sind noch einmal in verschiedene Leistungen aufgeteilt, die Sie aus unserer Infografik entnehmen können. Bei einigen dieser Kategorien gilt eine Wartezeit, in der die Versicherung noch nicht für juristische Streitigkeiten eintritt. Das heißt, dass die Versicherung nicht direkt bei Abschluss greift. Für Versicherungsnehmer bedeutet dies also, dass es oftmals nicht ausreicht die Rechtsschutzversicherung erst dann abzuschließen, wenn sich der Rechtsstreit bereits anbahnt oder der Konfliktfall sogar bereits eingetreten ist. Denn dann übernimmt der Versicherer keinerlei Kosten.

Anhand unserer Infografik ergeben sich verschiedene Fragen zur Wartezeit bei Rechtsschutzversicherungen. Warum hat der Privatrechtsschutz in Ehesachen so eine lange Wartezeit wohingegen der Schadenersatz-Rechtsspruch gar keine Wartezeit benötigt?

Vor allem zwei Leistungen des Privatrechtsschutzes haben eine wesentlich längere Wartezeit als andere Leistungen. Bei beiden Leistungen geht es um familienrechtliche Streitigkeiten, bei denen die Anwalts- und Gerichtskosten schnell einen Betrag von mehreren tausend Euro erreichen können. Daher gibt es nur sehr wenige Anbieter, die in ihren Rechtsschutztarifen einen Ehe-Rechtsschutz oder Unterhalts-Rechtsschutz enthalten. Wenn ein Versicherer solch eine Leistung anbietet, dann ist dies meist mit einer sehr langen Wartezeit verbunden. So soll u.a. sichergestellt werden, dass es bei Unterhaltsstreitigkeiten nicht schon Probleme um das Sorgerecht zwischen den beiden Eltern gibt.

Die obige Tabelle enthält alle Leistungen, die keine Wartezeit benötigen und bei denen der Versicherungsschutz direkt eintritt. Der Schadensersatzrechtsschutz in der privaten Rechtsschutzversicherung greift beispielsweise, wenn der Versicherte ein Produkt erwirbt, welches Mängel aufweist. Der Verkäufer lehnt eine Regulierung ab und der Versicherungsnehmer geht vor Gericht. Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses stand der Erwerb noch nicht zur Diskussion, deshalb könnte eine Rechtsschutzversicherung in diesem Beispiel in Anspruch genommen werden. Vor diesem Hintergrund des plötzlichen Eintritts des Versicherungsfalls entfällt die Wartezeit auch bei der Verkehrsrechtsschutzversicherung. Ein Unfall ist ebenso wenig vorhersehbar, wie die Radarkontrolle am Straßenrand. Natürlich kann ein Gutachter das Radargerät auf Genauigkeit überprüfen, denn das könnte sich lohnen. Jedoch sind diese Prüfungen sehr kostspielig, sodass sich die meisten Autofahrer dieses Gutachten nicht leisten können. Eine Rechtsschutzversicherung kann diese Kosten übernehmen.

Anders sieht es bei den Wartezeiten im Arbeits- und Mietrechtsschutz aus. Hier können Versicherungsnehmer, die bereits über eine Rechtsschutzversicherung verfügen und den Anbieter wechseln möchten, die Wartezeit umgehen. Die Voraussetzung dafür ist denkbar einfach: Der neue Vertrag muss sich lediglich nahtlos an das Ende des bestehenden Vertrages anschließen.Endet der Altvertrag beispielsweise am 15. März, muss der Versicherungsbeginn für die neue Police auf den 16. März datiert sein. Damit umschifft der Versicherungsnehmer die Wartezeiten.

Wenig überraschend: Eine Rechtsschutzversicherung sollte man so früh wie möglich abschließen. Anhand der Infografik wird deutlich, dass beim Abschluss einer Rechtsschutzversicherung bei vielen Leistungen noch eine Wartezeit zu berücksichtigen ist. Zusätzlich dazu darf die Ursache für die Rechtsstreitigkeit zeitlich nicht schon vor dem Abschluss der Versicherung liegen. Wenn Sie sich bereits in einer Rechtsstreitigkeit befinden, gibt es leider keine Möglichkeit, die Kosten von einer Rechtsschutzversicherung decken zu lassen. Jedoch ist es auch in diesen Fällen ratsam, über einen Rechtsschutz nachzudenken, da es auch in Zukunft zu Auseinandersetzungen kommen könnte.

Eine Rechtsschutzversicherung kann einem bei rechtlichen Streitigkeiten ganz schön aus der Patsche helfen. Haben Sie bereits eine Rechtsschutzversicherung und mussten diese schon mal in Anspruch nehmen? Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungsberichte!

Dieser Artikel wurde am 29.11.2017 aktualisiert.

Katja Nauck war bis November 2016 Social-Media-Managerin bei Friendsurance und verantwortete den Content im Friendsurance Blog. Sie sammelte bereits Erfahrung als Blogredakteurin und Social Media Verantwortliche für verschiedene Startups und Verlage.

Silvester-Feuerwerk: Wer haftet bei Böller-Schäden?

• Katja Nauck • 4 Kommentare • 

Zu Silvester werden jedes Jahr Raketen und bengalische Feuer gezündet und tauchen den Himmel in tausend Farben. So schön wie Silvesterfeuerwerk auch ist, Böller sind richtig gefährlich und richten jedes Jahr viele Verletzungen und Sachschäden an. Wir verraten Ihnen, welche Versicherungen bei bestimmten Schäden haften und was man beim Böllern beachten sollte.

Silvester Böller - Welche Versicherung haftet

Welche Schäden können durch Feuerwerksböller entstehen?

Trotz sachgerechter Handhabung lässt es sich nicht ausschließen, dass Feuerwerkskörper auch Schäden anrichten. Neben Sengschäden an Häusern oder Autos sind jedes Jahr auch immer wieder Personenschäden zu verzeichnen. Wer die Silvesternacht auf dem Alexanderplatz in Berlin erlebt hat, wundert sich, dass hier nicht mehr passiert. Zum Jahresende 2014 verzeichnete der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft ein Plus von 40 % gegenüber dem Frühjahr oder dem Sommer. Für Brandschäden im Monat Dezember 2014 mussten die Versicherer mehr als 25 Millionen Euro zahlen. Dabei lagen die Ursachen nicht nur in brennenden Weihnachtsbäumen. Quer fliegende Raketen oder unvorsichtig gezündete Böller führten ebenfalls zu Bränden. Da die Verursacher nicht immer festgestellt werden können, bleibt der Geschädigte auf den Kosten sitzen, sofern er nicht über die passende Versicherung verfügt. Gerade bei Kindern und Jugendlichen häufen sich durch unachtsamen Umgang mit den Feuerwerkskörpern die Verletzungen.

GDV Graphik Feuerschäden Silvester Feuerwerk

Das sollten Sie beim Umgang mit Feuerwerk beachten:

  • Kaufen Sie nur und ausschließlich Feuerwerk im Handel und achten Sie auf die Prüfplakette. Zugelassenes Feuerwerk ist an der sogenannten BAM-Nummer (Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung) zu erkennen. Welche Feuerwerkskörper in Deutschland zugelassen sind, erfahren Sie auf der Webseite der BAM.
  • Böller aus Polen oder Tschechien, die illegal in Deutschland vertrieben werden, haben eine bis zu 50fache Sprengkraft gegenüber dem hier zugelassenen Feuerwerk. Für daraus resultierende Schäden besteht nicht zwangsläufig Versicherungsschutz, da der Erwerb im Vorfeld eine gesetzeswidrige Handlung darstellt.
  • Böller aus Polen oder Tschechien, die illegal in Deutschland vertrieben werden, haben eine bis zu 50fache Sprengkraft gegenüber dem hier zugelassenen Feuerwerk. Für daraus resultierende Schäden besteht nicht zwangsläufig Versicherungsschutz, da der Erwerb im Vorfeld eine gesetzeswidrige Handlung darstellt.
  • Eltern sollten ihre Kinder niemals unbeaufsichtigt mit Böllern alleine lassen. Im Zweifelsfall wären sie wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht in der Haftung. Der Versicherungsschutz wäre auch in diesem Fall gefährdet. Sie müssten als Eltern selbst für etwaige Schäden aufkommen.
  • Selbst bei dem Abbrennen von Wunderkerzen, Goldregen oder Knallerbsen sollten Sie als Eltern präsent sein.

Diese Versicherungen haften bei Böller-Schäden

Private Haftpflichtversicherung

Angenommen, Sie sind an Silvester eingeladen, es ist Mitternacht und das Feuerwerk beginnt. Eine von Ihnen gezündete Rakete nimmt eine nicht vorhergesehene Flugbahn und landet bei offenem Fenster in einem Raum. Es kommt zu einem Brand. Ihre private Haftpflichtversicherung kommt in diesem Fall für alle anfallenden Kosten auf. Gleiches gilt, wenn Sie einen Böller werfen, dieser rollt unter ein Auto und richtet bei der Explosion einen Schaden an dem Fahrzeug an.
Ihrem Kind fällt bei den Gastgebern eine Kerze auf den Boden oder es gibt einen Sengschaden durch eine Wunderkerze. Auch in diesem Fall greift die Privathaftpflichtversicherung. Voraussetzung ist, dass Sie eine Police gewählt haben, die auch deliktunfähige Personen einschließt. Dieser Versicherungsschutz entfällt jedoch, wenn die Kinder Feuerwerk gezündet haben, welches nicht der zugelassenen Altersklasse entspricht oder Sie Ihre Aufsichtspflicht verletzten.
Auch wenn die Policen jüngeren Datums Leistungen bei grober Fahrlässigkeit vorsehen, handelt es sich dabei immer um Einzelfallprüfungen. Eine Leistung bei grober Fahrlässigkeit bedeutet nicht automatisch volle Schadensübernahme, sondern in der Regel eine Quotierung. Einen Teil des Schadens müssten Sie auf jeden Fall selbst tragen.

Die Haftpflichtversicherung zahlt übrigens auch, wenn eine Person durch eine von Ihnen gezündete Rakete verletzt wird. Die Kosten können in diesem Fall sechsstellige Summen erreichen, da die Krankenkassen den Verursacher in den Regress nehmen. Gleiches gilt für die Träger von Reha-Einrichtungen, falls ein Aufenthalt dort notwendig würde.

Wohngebäude-Versicherung

Die Haftpflichtversicherung zahlt übrigens auch, wenn eine Person durch eine von Ihnen gezündete Rakete verletzt wird. Die Kosten können in diesem Fall sechsstellige Summen erreichen, da die Krankenkassen den Verursacher in den Regress nehmen. Gleiches gilt für die Träger von Reha-Einrichtungen, falls ein Aufenthalt dort notwendig würde.

Hausratversicherung

Was für das Gebäude und die damit fest verbundenen Bestandteile in der „Verbundenen Wohngebäudeversicherung“ gilt, gilt im Rahmen der Hausratversicherung für alle beweglichen Dinge Ihres Haushaltes. Auch bei der Hausratversicherung gilt, dass Sengschäden noch nicht in allen Policen versichert sind. Beide, Wohngebäude- und Hausratversicherung, ersetzen nicht nur den Schaden als solchen, beispielsweise den verbrannten Teppich und die verbrannte Wand. Sie übernehmen auch die Kosten für Löscharbeiten, Aufräum- und gegebenenfalls Abrissarbeiten.
Kam es in der Silvesternacht in Ihrer Wohnung zu einem Feuer, müssen Sie prüfen, ob der Verursacher eine Haftpflichtversicherung besitzt. Diese greift in einem solchen Fall anstelle Ihrer eigenen Hausratversicherung.

Kfz-Kaskoversicherung

Auf den ersten Blick erscheint die Frage legitim, was die Kaskoversicherung mit der Silvesternacht zu tun hat. Kurz, die Kaskoversicherung kommt für Schäden auf, die Sie selbst verursacht haben oder für die der Verursacher nicht feststellbar ist. Ihr Fahrzeug ist auf der Straße abgestellt, ein Unbekannter wirft einen Polen-Böller unter ihr Auto, der Wagen fängt Feuer. In diesem Fall greift die Teilkaskoversicherung, da diese Schäden durch Brand oder Explosion ersetzt. Bei einer mutwilligen Zerstörung des Fahrzeugs, beispielsweise Lackschäden durch Unbekannte, würde die Vollkaskoversicherung die Kosten für die Reparatur übernehmen.

Unfall- und Krankenversicherung

Rund 1.500 Einsätze hatten die Rettungskräfte in der Hauptstadt am Jahreswechsel. Diese Zahlen zeigen, dass die Kombination aus Unfallversicherung und Silvesternacht nicht völlig von der Hand zu weisen ist. Selbst beim vorsichtigsten Umgang mit Feuerwerkskörpern kann eine Verletzung nicht ausgeschlossen werden. In Datteln (NRW) riss eine selbst gebastelte Raketenbatterie einer jungen Frau den Fuß ab. Eine Unfallversicherung sorgt in einem solchen Fall für eine finanzielle Kompensation bei Invalidität. Die junge Frau kann ihrem Beruf im Hotel nicht mehr nachgehen.
Die Krankenversicherung als Pflichtversicherung übernimmt die Kosten für die medizinische Heilbehandlung nach einem Silvesterunfall.

Folgend finden Sie noch mal in einem Video zusammengefasst, wie Sie sich bei Schäden durch Feuerwerkskörper schützen können und welche Versicherung hilft.

Geben Sie Silvester auf sich und ihre Mitmenschen acht, damit es nicht zum Schadensfall kommt. Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins neue Jahr!

Katja Nauck war bis November 2016 Social-Media-Managerin bei Friendsurance und verantwortete den Content im Friendsurance Blog. Sie sammelte bereits Erfahrung als Blogredakteurin und Social Media Verantwortliche für verschiedene Startups und Verlage.

Welche Versicherungen schützen Sie bei Winterschäden?

• Katja Nauck • Keine Kommentare • 

Auch wenn der eine oder andere fallende Schneeflocken als etwas Poetisches betrachtet, birgt der Winter mehr Schadenspotenzial als die anderen drei Jahreszeiten. Welche Versicherungen bei welchen winterspezifischen Schäden greifen, lesen Sie hier.

Vorab möchten wir noch einmal das Augenmerk auf die KFZ-Versicherung lenken. Immer noch gehen einige Autofahrer recht sorglos mit der kalten Jahreszeit um. Der Gesetzgeber sieht vor, dass ein Auto immer den Witterungsbedingungen angepasst sein muss. Übersetzt bedeutet dies, dass für den Winter eine entsprechende Bereifung Vorschrift ist.

Bleiben wir einmal beim Schneefall und der Frage, welche Versicherungen schützen am Besten vor Winterschäden.

Die Haftpflichtversicherung

Für Hausbesitzer gilt die gesetzlich vorgeschriebene Schneeräumpflicht. Diese besagt, dass der Gehweg von Montag bis Samstag in der Zeit zwischen 7 Uhr morgens und 20 Uhr abends, sonntags zwischen 8 Uhr morgens und 20 Uhr abends von Schnee und Eis befreit sein muss. Auch die Breite der geräumten Fläche ist vorgeschrieben. Diese muss es zwei Passanten ermöglichen, gefahrlos aneinander vorbeigehen zu können. Als Bewohner eines Einfamilienhauses stellt sich für Sie nicht die Frage, wer für den geräumten Gehweg verantwortlich ist. Eigentümer eines Mehrfamilienhauses können diese Aufgabe entweder an ein Unternehmen oder an die Mieter delegieren.

Was passiert aber, wenn der Verantwortliche seiner Schneeräumpflicht nicht nachkommt und ein Passant stürzt und verletzt sich?

Die Regresspflicht
Der Paragraf 823 BGB sagt:

 (1) Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.

 

(2) Die gleiche Verpflichtung trifft denjenigen, welcher gegen ein den Schutz eines anderen bezweckendes Gesetz verstößt. Ist nach dem Inhalt des Gesetzes ein Verstoß gegen dieses auch ohne Verschulden möglich, so tritt die Ersatzpflicht nur im Falle des Verschuldens ein.

Die Schneeräumpflicht fällt eindeutig unter Absatz 2. Der Verantwortliche ist folglich im Regress. Angenommen, es würde Sie als Hausbesitzer oder Mieter ein schuldhaftes Verhalten treffen, mit welchen Kosten müssten Sie im schlimmsten Fall rechnen?

  • Schmerzensgeld
  • Kosten für die Heilbehandlung, eventuell Reha-Maßnahmen
  • Mögliche Gerichtskosten und Anwaltskosten
  • Im schlimmsten Fall eine lebenslange Zahlung an den Verunglückten, sofern dieser erwerbsunfähig wird.

Die Stiftung Warentest bezeichnet die private Haftpflichtversicherung nicht umsonst als die wichtigste freiwillige Versicherung für private Haushalte.
Eine private Haftpflichtversicherung, welche auch Immobilienbesitz einschließt, stellt Sie von den Schadensersatzforderungen frei.
Als Hausbesitzer gehen von Ihrer Immobilie aber noch andere, winterspezifische Gefahren aus. Dachlawinen bergen ebenfalls das Risiko der Sachbeschädigung oder eines Personenschadens. Gleiches gilt für Eiszapfen, welche sich lösen und auf geparkte Autos oder Passanten fallen können.

Die Hausratversicherung

Man mag es nicht glauben, aber es kam schon mehr als einmal vor, dass die Bewohner eines Hauses oder einer Wohnung in den Winterurlaub gefahren sind, und vergaßen, ein Fenster zu schließen. Bei abgedrehten Heizungen ist in einem solchen Fall nicht auszuschließen, dass Wasserleitungen zufrieren und die Rohre platzen. Die Folgen können Sie leicht erahnen. Sobald das Eis taut, tritt das Wasser aus. Handelt es sich um eine Mietwohnung und das Mauerwerk wird beschädigt, greift die Haftpflichtversicherung des Mieters. Werden Einrichtungsgegenstände beschädigt, übernimmt die Hausratversicherung die Kosten. Frieren die Rohre in Ihrer selbst genutzten Immobilie ein, ohne, dass ein schuldhaftes Verhalten Ihrerseits vorliegt, übernimmt die Wohngebäudeversicherung die Schäden am Gebäude und allen damit festverbundenen Bestandteilen. Die Wohngebäudeversicherung kommt in dem Baustein „Leitungswasser“ auch für Frostschäden auf. Kommt es zu Schäden an der Einrichtung, greift die Hausratversicherung. Kann ein schuldhaftes Verhalten nachgewiesen werden, spielt die Police eine entscheidende Rolle. Ältere Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen verweigern die Leistung bei grober Fahrlässigkeit. Moderne Versicherungsverträge sehen auch in diesem Fall eine Entschädigung vor – ein guter Zeitpunkt, einmal den eigenen Vertrag zu überprüfen.

Alle Jahre wieder …
Ein typischer Winterschaden, auch wenn nicht witterungsbedingt, sind Wohnungsbrände. Wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) berichtet, steigt die Zahl der Wohnungsbrände in der Adventszeit überdurchschnittlich an.

Zum Jahresende brennt es häufiger
2014 registrierten Hausrat- und Wohngebäudeversicherer wieder deutlich mehr Brandschäden am Jahresende – vier Fakten

 

Fakten zu Brandschäden von Hausratversicherern

Quelle: www.gdv.de | Gesamtverband der deutschen Verischerungswirtschaft (GDV)

 

Die Elementarschadenversicherung

Sowohl die Hausrat- als auch die Wohngebäudeversicherung bietet Ihnen die Option, sich gegen Elementarschäden zu versichern. Zu den Elementarschäden zählen unter anderem

  • Hochwasser
  • Schneelawinen
  • Schlammlawinen
  • Schäden durch Schneedruck

Während Schneelawinen und Schäden durch Schneedruck direkt im Zusammenhang mit „Winter“ stehen, stellen Hochwasser und Schlammlawinen indirekte Gefahren durch Tauwetter dar. Sie können die Elementarschadenversicherung vernachlässigen, wenn Sie im 12. Stock eines Hochhauses in einer Metropole leben. Aber bereits als Eigenheimbesitzer, auch in einer Großstadt, lässt sich das Risiko des Schneedrucks nicht von der Hand weisen. Gleiches gilt für Hochwasserschäden auch in mittelbarer Nähe eines Gewässers. Als Hochwasser gilt auch, wenn das Grundwasser nach oben gedrückt wird und beispielsweise den Garten flutet.

Der Wintersport
Zum Schluss wollen wir dieses Thema nicht unberücksichtigt lassen. Natürlich birgt das Inlineskaten im Sommer die Gefahr des Sturzes und einer Verletzung. Unstrittig ist jedoch, dass Skifahren und Eislaufen zu den Sportarten mit erhöhtem Verletzungsrisiko zählen. Fällt der Wintersportunfall so schlimm aus, dass eine Invalidität die Folge ist, kompensiert eine private Unfallversicherung einen möglichen Verdienstausfall.
Sollten Sie zum Wintersport in ein Land außerhalb der Europäischen Union fahren, sind Sie gut beraten, eine Auslandsreisekrankenversicherung im Gepäck zu haben. Besteht kein Sozialversicherungsabkommen mit Ihrem Gastland, müssen Sie für alle Kosten, die im Zusammenhang mit einer Heilbehandlung entstehen, selbst aufkommen. Ein Beinbruch in Aspen, Colorado mit Krankenhausaufenthalt kann Sie ruinieren.

Sie benötigen noch eine Versicherung um sich ausreichend vor potenziellen Schäden zu schützen oder möchten Ihre bestehende wechseln? Dann können Sie bei Friendsurance eine günstige Hausratversicherung oder Haftpflichtversicherung online abschließen und einen Teil Ihrer Versicherungsbeiträge sparen.

Katja Nauck war bis November 2016 Social-Media-Managerin bei Friendsurance und verantwortete den Content im Friendsurance Blog. Sie sammelte bereits Erfahrung als Blogredakteurin und Social Media Verantwortliche für verschiedene Startups und Verlage.

Rechtsschutzversicherung – Mediation als Alternative zum Prozess

• Katja Nauck • Keine Kommentare • 

Die Deutschen gelten im internationalen Vergleich als recht prozessierfreudig. Der Bestand von 21,8 Millionen Rechtsschutzpolicen im Jahr 2015 (Quelle: Statista) untermauert diese Behauptung. Dabei hat sich allerdings bei den Versicherungsgesellschaften ein Sinneswandel breitgemacht. Warben die Assekuranzen bis vor einigen Jahren noch damit, dass Recht bekommen eine Sache der Liquidität sei, setzen sie heute vermehrt auf einen Konsens statt auf Konfrontation.

Mediation als juristische Adventszeit

Selbst der größte Zyniker kann sich der öffentlichen Rhetorik in der Adventszeit nicht entziehen. Auch wenn der Konsum inzwischen für viele zum Hauptfaktor im Dezember wurde, tauchen immer wieder Begriffe wie „Harmonie“, „Nächstenliebe“ oder „Besinnlichkeit“ verstärkt auf. Trotz der Hektik im Einkaufskrieg wächst in der Vorweihnachtszeit das Bedürfnis nach Harmonie und Frieden. Eigentlich wäre es doch wünschenswert, bei einem Konflikt im Mai nicht sofort die juristische Keule auszupacken. Zielführender wäre es, in Gedanken noch einmal in den Advent zurückzublicken, sich an das eigene Harmoniebedürfnis zu erinnern und nach anderen, friedlichen Lösungen zu suchen.

Mediation greift nicht immer

So ähnlich gehen die Rechtsschutzversicherer jetzt das Thema Konfliktlösung an. Das neue Zauberwort bei rund 90 Prozent der Anbieter lautet Mediation. Unstrittig, bei einem Bußgeldverfahren wegen einer Geschwindigkeitsübertretung bringt Ihnen eine Mediation wenig. Dennoch, die meisten Rechtsschutzversicherungen kommen auch für die Kosten für einen Mediator auf.

Nachbarschafts- und Mietstreitigkeiten im Fokus

Anders als im Verkehrsrecht verhält es sich aber bei unterschiedlichen Auffassungen, die in den zivilrechtlichen Bereich fallen, wie Nachbarschafts- oder Mietstreitigkeiten. In beiden Fällen mag es am Ende des Prozesses einen Gewinner geben, verloren haben aber in der Regel beide Parteien. Möchten Sie noch in einer Umgebung leben, in der Sie einen Nachbarn verklagt haben oder verklagt worden sind, gewonnen haben und hoch erhobenen Hauptes aus dem Gerichtssaal gehen? Das (Zusammen)Leben wäre künftig ein anderes, alles andere als unbeschwert. Am Ende des Tages bleibt an Ihnen möglicherweise in der gesamten Nachbarschaft der Ruf des prozessierwütigen Mitbewohners hängen. Die Atmosphäre wäre auch schon lange im Vorfeld vergiftet.
Für solche Konfliktsituationen bietet Ihnen die Meditation eine Alternative. Der Mediator versucht, den Prozess mit zwei Verlierern durch einen Kompromiss, der letztendlich beiden Parteien weiterhilft, abzuwenden. Natürlich kommt die Mediation aber auch in anderen Bereichen, beispielsweise im Vertragsrecht zum Tragen. Eine gütliche Einigung mit dem Handwerker oder dem Autohaus spart Ihnen gegenüber einem Prozess deutlich Nerven.

Win-Win statt Sieg und Niederlage

Für die Versicherer gewann die Meditation nicht unbedingt aus humanitären Gründen an Bedeutung, sondern hat viel mehr betriebswirtschaftliche Hintergründe. Eine Mediation ist schlicht deutlich preiswerter für den Versicherer, als im Zweifelsfall Prozesskosten, Zeugengelder und Anwaltskosten über mehrere Instanzen hinweg übernehmen zu müssen.

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen einmal die Entwicklung zwischen Beitragseinnahmen der Versicherer und der erbrachten Leistungen in der Zeit von 2009 bis 2015:

Entwicklung zwischen Beitragseinnahmen der Versicherer und der erbrachten Leistungen

Quelle: http://www.gdv.de/zahlen-fakten/schaden-und-unfallversicherung/rechtsschutzversicherung/

Die meisten Versicherer verzichten bei einer Meditation darauf, die Selbstbeteiligung ihres Versicherungsnehmers einzufordern. Dies ist auch dann der Fall, wenn die Mediation scheitern sollte und es doch zum Prozess kommt.

Zwei Dinge sind für eine Mediation Voraussetzung:

  • Der Mediator muss als solcher ausgebildet sein. Immer mehr Anwälte absolvieren diese Prüfung. Der Deutsche Anwaltsverein ermöglicht auf seiner Seite die Suche nach einem Mediator.
  • Sie und Ihr Gegenüber müssen beide den Willen haben, den außergerichtlichen Konsens zu suchen und auch zu Abstrichen bei Ihren Forderungen bereit sein.

Voraussetzungen für die Kostenübernahme

Der Versicherer muss in seinen Versicherungsbedingungen ausdrücklich darauf hinweisen, dass er auch die Kosten für eine Mediation übernimmt. Wichtig ist, an welche Bedingungen diese Kostenübernahme geknüpft ist und ob er bei einer gescheiterten Mediation auf die Selbstbeteiligung für den Fall des Prozesses verzichtet. Wer noch im Besitz einer älteren Rechtsschutzpolice ist, sollte jetzt schon, vor Eintritt des Rechtsstreites, mit seinem Versicherer klären, ob für die Mediation Versicherungsschutz besteht. Alternativ bietet friendsurance natürlich die Möglichkeit, eine günstige Rechtschutzversicherung online abzuschließen.

Katja Nauck war bis November 2016 Social-Media-Managerin bei Friendsurance und verantwortete den Content im Friendsurance Blog. Sie sammelte bereits Erfahrung als Blogredakteurin und Social Media Verantwortliche für verschiedene Startups und Verlage.

Top 4: Die häufigsten Schadensfälle in der Hausratversicherung

• Katja Nauck • 1 Kommentar • 

Hausratversicherung: Häufige Gründe Schadensfälle

Fast jeder zweite Deutsche musste laut einer Umfrage der Innofact AG Research and Consulting aus dem Jahr 2012 bereits einen Schaden an seinem Hausrat hinnehmen. Immerhin 79 Prozent der Haushalte verfügten im Jahr 2009 über eine Hausratversicherung (Quelle: Statista 2016, Axel Springer; Bauer Media Group). Der Begriff Hausrat umfasst dabei nicht nur Möbel oder Elektronikgeräte, sondern alle beweglichen, nicht fest mit dem Gebäude verbundenen Besitztümer des Bewohners. Dazu zählen auch die Socken in der Schublade und die Butter im Kühlschrank.

Der Wert des Hausrats spiegelt in der Regel die wirtschaftliche Entwicklung einer Person wider. Der Inhalt der ersten Wohnung nach der Ausbildung ist in den seltensten Fällen mit dem Wert des Hausrats nach 20 Jahren Berufstätigkeit zu vergleichen. Kein Wunder also, dass die Hausratpolice zu den am häufigsten gewählten Versicherungen in Deutschland zählt. Der Totalverlust trifft die Betroffenen schwer. Die Überschwemmungen der letzten Jahre in Ostdeutschland geben ein Zeugnis davon.

Die Hausratversicherung bietet eine sogenannte Vierfachdeckung für Schäden durch

  • Feuer, Blitz, Überspannung
  • Sturm ab Windstärke acht und Hagel
  • Einbruchdiebstahl
  • Bedingungswidrig ausgetretenes Leitungswasser

Auf Wunsch können Versicherungsnehmer auch den Ausgleich durch Elementarschäden absichern. Zu Elementarschäden zählen Schneedruck, Lawinen, Schlammlawinen und Überschwemmungen.

Feuer, Blitz und Überspannung

Das Feuerrisiko stellt die größte Gefahr für einen Haushalt dar. Nicht selten geht ein Brand mit einem Totalverlust des Hab und Gutes einher. Die Versicherer unterscheiden zwischen offenem Feuer, einem Brand, und sogenannten Sengschäden, beispielsweise durch Glut auf dem Teppichboden. Moderne Hausratpolicen schließen Sengschäden übrigens mit ein. Versichert sind auch Schäden durch Kabelbrand.

Die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel lassen die Leistungen der Versicherer regelmäßig in die Höhe schnellen. Der Grund ist bekannt, unsachgemäßer Umgang mit den Kerzen am Weihnachtsbaum oder mit Böllern in geschlossenen Räumen sorgen regelmäßig für eine Vollbeschäftigung der Feuerwehr. Der Rat, immer einen Eimer Wasser neben den Weihnachtsbaum zu stellen, klingt albern, vermeidet aber im Zweifelsfall Großschäden. Dies gilt vor allem dann, wenn kleine Kinder im Raum sind.

Überspannungsschäden durch Gewitter finden sich häufiger als klassische Blitzschäden. Die große Konzentration von Elektrizität in der Luft fordert bei manchem elektronischen Gerät seinen Tribut. Router, Computer und Telefonanlagen führten auch bei Privathaushalten zu einer Verbreiterung der Angriffsflächen für Überspannung.

Einbruchdiebstahl

Im November 2016 beschloss die Bundesregierung, diesen Straftatbestand künftig stärker zu bestrafen. In der Rechtsprechung fand bislang nur die Tat als solche ihren Niederschlag, nicht jedoch die psychischen Schäden bei den Opfern. Die Tatsache, dass ein Dritter in den persönlichsten Dingen „herumgeschnüffelt“ hat und in die Intimsphäre vorgedrungen ist, hinterlässt bei den Opfern teilweise lange anhaltende Spuren.

Die Kriminalpolizei und die Versicherungswirtschaft weisen immer wieder darauf hin, dass auch nur bei kurzfristigem Verlassen der Wohnung diese ordnungsgemäß gesichert werden muss. Gerade in der Adventszeit, wenn es relativ früh dunkel wird, steigt die Zahl der Einbrüche überdurchschnittlich. Die meisten Einbrüche ereignen sich im November und Dezember in der Zeit zwischen 16 Uhr und 19 Uhr, wenn viele Menschen noch im Büro sind.
GDV: Entwicklung der Einbruchszahlen und der Versicherungsleistungen

Voraussetzung, dass die Versicherung nach einem Einbruchdiebstahl den Schaden ersetzt, ist ein gewaltsames Eindringen in die Wohnung oder ein Zutritt mit unrechtmäßig erworbenen Schlüsseln.
Wichtig: Ein Diebstahlschaden nach Einschleichen in die Wohnung, dem unrechtmäßigen Betreten durch ein offenes Fenster oder eine nicht verschlossene Tür, ist nicht versichert. Viele Verbraucher werden jedoch auf offener Straße Opfer eines Diebstahls. Die Rede ist vom Fahrrad. Fahrraddiebstähle sind so populär wie noch nie, die Zahl steigt rapide an. Der Haken bei den meisten Hausratversicherungen ist jedoch, dass diese das Fahrrad standardmäßig nur ersetzen, wenn es in der Zeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr aus einem verschlossenen Raum entwendet wurde. Um diesen Fall auszuschließen, ist der Einschluss einer Deckungserweiterung oder eine spezielle Fahrradversicherung sinnvoll.
GDV: Zahl der versicherten Fahrraddiebstähle auf 5-Jahres-Hoch

Leitungswasserschäden

Die Allgemeinen Hausratbedingungen definieren einen Wasserschaden als einen Schaden, der durch „bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser“ hervorgerufen wurde. Dazu zählt beispielsweise der geplatzte Schlauch der Waschmaschine oder ein Rohrbruch. In der Regel ist in erster Linie der Fußbodenbelag betroffen. In diesem Fall ist entscheidend, ob dieser lose auf dem Fußboden aufliegt, ein Perserteppich beispielsweise, oder fest mit dem Fußboden verbunden ist, wie verklebtes Parkett. Im zweiten Fall greift die Hausratversicherung nicht, diese ist ein Schaden für die Wohngebäudeversicherung.

Sturm und Hagel

In der jüngeren Vergangenheit wurde Deutschland von mehreren Stürmen heimgesucht. In erster Linie traten dabei Schäden am Wohngebäude, weniger am Hausrat auf. Voraussetzung, dass ein Versicherer einen Sturmschaden reguliert, ist ein Sturm mindestens der Windstärke acht.
Es kann durchaus der Fall eintreten, dass im Rahmen eines Sturms auch Starkregen auftritt und durch die Fensterrahmen oder die Bedachung gedrückt wird. Kommt es dadurch zu Schäden am Hausrat des Versicherten, fallen diese unter den Versicherungsschutz.

Zerstört Hagelschlag ein Fenster und es resultieren daraus Schäden am Hausrat, beispielsweise durch nachfolgenden Regen, fällt dies ebenfalls unter den Versicherungsschutz.

Elementarschadenversicherung

Die Flutkatastrophen in Süd- und Ostdeutschland hatten in der bayerischen Staatskanzlei die Forderung laut werden lassen, eine Elementarschadenversicherung zur Pflichtversicherung zu machen. Es bleibt jedoch immer die Frage der Notwendigkeit. In Berlin-Mitte im 10. Stock besteht sicher kein Bedarf an dieser Zusatzdeckung. Anders verhält es sich jedoch bei Häusern oder Erdgeschosswohnungen in mittelbarer oder unmittelbarer Nähe von Gewässern. Baden-Württemberg hat gezeigt, wie schnell ein jahrelang vor sich hinplätschernder Bachlauf eine Ortschaft in das Chaos stürzen kann. „Ich lebe nicht im Oderbruch“ kann eine gefährliche Fehleinschätzung sein, wenn in Frankfurt am Main in der Nähe der Nidda das Grundwasser steigt und von unten in das Haus drückt.

Hatten Sie bereits Erfahrungen mit einem dieser Schadensfälle? Lassen Sie uns in den Kommentaren wissen, falls Ihnen noch weitere Tipps einfallen!

Katja Nauck war bis November 2016 Social-Media-Managerin bei Friendsurance und verantwortete den Content im Friendsurance Blog. Sie sammelte bereits Erfahrung als Blogredakteurin und Social Media Verantwortliche für verschiedene Startups und Verlage.

Obliegenheit: Wann die Handyversicherung einen Schaden übernimmt

• Katja Nauck • Keine Kommentare • 

Durch den steigenden Leistungsumfang werden Handys immer teurer. Dies macht einen Versicherungsschutz gerade bei den Premiumgeräten wie den iPhones immer sinnvoller. Wie bei jeder Versicherung muss der Versicherungsnehmer aber auch seinen Beitrag leisten, einen möglichen Schaden abzuwenden. Was dies bei einer Handyversicherung bedeutet, lesen Sie hier.

Obliegenheiten in der Handyversicherung

Was bedeutet „Obliegenheit“ bei einem Versicherungsvertrag?

Der Duden gibt als alternativen Begriff für Obliegenheit „Pflicht“ an. Der Versicherungsnehmer hat also entsprechend der jeweiligen Versicherungssparte gewisse Pflichten, um einen Schaden abzuwenden oder zu vermeiden. Tut er dies nicht, liegt eine sogenannte Obliegenheitsverletzung vor. Er hat also seine Pflicht verletzt.

Im Fall einer Obliegenheitsverletzung ist der Versicherer von der Leistung freigestellt. In der Haftpflichtversicherung beispielsweise wurde bis zur Reform des Versicherungsvertragsgesetzes im Jahr 2008 zwischen Fahrlässigkeit und grober Fahrlässigkeit unterschieden. Im zweiten Fall bestand bis dahin kein Anspruch auf Versicherungsschutz bei Fahrlässigkeit. Dieser wird jetzt, in prozentualer Abhängigkeit vom eigenen Verschulden gewährt.

Welche Obliegenheitsverletzungen kann es bei einer Handyversicherung geben?

Die Handyversicherung leistet je nach Tarif bei Schäden durch:

In allen diesen Fällen sind durchaus Obliegenheitsverletzungen möglich. Wir erläutern einige typische Beispiele.

Obliegenheiten bei Diebstahl

Wer im Café oder im Club sein Handy unbeobachtet auf dem Tisch liegen lässt und weggeht, handelt ziemlich fahrlässig. Die Wahrscheinlichkeit, dass es gestohlen wird, ist hoch. Es ist die Obliegenheit des Besitzers, das Telefon entweder mitzunehmen, oder einen Dritten zu bitten, darauf aufzupassen.

Obliegenheiten bei Flüssigkeitsschäden

Ein Selfie im Meer bedingt eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Wasserschaden kommt. Gleiches gilt für den Versuch, ob ein Handy im Waschbecken auf dem Wasser treibt. In beiden Fällen hat der Versicherungsnehmer den Schaden fast schon willentlich herbeigeführt, auf jeden Fall aber eine Obliegenheitsverletzung begangen.

Obliegenheiten bei Bruch und Glasbruch

Angenommen, ein Handybesitzer möchte testen, ob das Display den Sturz aus einem Meter Höhe übersteht, wäre dies nicht versichert. Der Schaden wäre vorsätzlich herbeigeführt. In diesem Fall setzt der Versicherer eine vorsätzliche Beschädigung voraus. Anders verhält es sich, wenn das Handy auf einer Stuhllehne abgelegt wird, welche schmaler als das Handy ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass es herunterfällt, ist gegeben. Beim Ablegen des Handys gehört es zur Obliegenheit des Eigentümers, einen Ort zu wählen, von dem das Gerät nicht herunterfallen kann.

Schäden am Akku

Handyladegeräte sind auf den jeweiligen Akku abgestimmt, um eine Überspannung zu vermeiden. Es gehört also zur Obliegenheit des Besitzers, nur das mitgelieferte oder ein typgleiches Ladegerät zu verwenden. Da bei Nutzung eines anderen Ladegerätes ein Schaden am Akku nicht ausgeschlossen werden kann, wäre dies eine Obliegenheitsverletzung.

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Was versteht man unter einem Leistungsausschluss?

Neben den Obliegenheitsverletzungen gibt es noch einen anderen Sachverhalt, der einen Versicherer von der Leistung freistellt. Dabei handelt es sich um den normalen Verschleiß einer Sache. Ein Bruch des Displays ist eine Sache. Die haarfeinen Kratzer, welche im Lauf der Zeit auf dem Display durch den Gebrauch entstehen, dagegen einen andere. In diesem Fall besteht kein Leistungsanspruch. Gleiches gilt auch, wenn das Kabel des mitgelieferten Kopfhörers eines Tages bricht.

Ein Leistungsausschluss ist jedoch nicht gegeben, wenn einer der hier geschilderten Sachverhalte mit einem über den Versicherungsschutz abgedeckten Schaden einhergeht. Deieser Ausschluss gilt auch für Schäden, welche vor Abschluss des Versicherungsvertrages oder während der Wartezeit entstanden sind. Zu den Leistungsausschlüssen zählen auch Schäden an den auf dem Telefon gespeicherten Daten oder Schäden, welche durch Krieg oder Bürgerkrieg entstehen. Der Katalog ist lang und findet sich im § 5 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen zum Handyschutzbrief vom Friendsurance Versicherungspartner Assurant Solutions.

Besteht kein genereller Versicherungsschutz?

Der Versicherungsschutz besteht im Rahmen der Allgemeinen Versicherungsbedingungen, sofern keine Ausschlusskriterien greifen. Diese haben wir im Zusammenhang mit Obliegenheiten, Obliegenheitsverletzungen und Leistungsausschlüssen vorgestellt.

Hinsichtlich der Obliegenheiten des Versicherungsnehmers lässt sich festhalten, dass die Handyversicherung hier keine obskuren Ausschlüsse beinhaltet. Was als Obliegenheit definiert ist, ist nichts anderes als der gesunde Menschenverstand im Umgang mit dem Handy. Bei den Leistungsausschlüssen handelt es sich ebenfalls um kein Hexenwerk zum Nachteil des Versicherungsnehmers, sondern schlicht um Dinge, die nicht als „Gefahren“, sondern als Verschleiß oder höhere Gewalt einzustufen sind.

Sie haben eine Handyversicherung bei Friendsurance und Fragen zu den Versicherungsbedingungen? Sehr gern helfen wir weiter unter der kostenlosen Telefonnr. 0800 087 088 0 oder schreiben Sie uns eine E-Mail an support@friendsurance.de

Katja Nauck war bis November 2016 Social-Media-Managerin bei Friendsurance und verantwortete den Content im Friendsurance Blog. Sie sammelte bereits Erfahrung als Blogredakteurin und Social Media Verantwortliche für verschiedene Startups und Verlage.