Die Zeit rennt: 5 wichtige Fakten zur Rechtsschutzversicherung und Wartezeit

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Recht haben und Recht bekommen, sind heute häufig zwei verschiedene Dinge, die nicht selten einen finanziellen Hintergrund haben. Die Rechtschutzversicherung dient auch dazu, ein soziales Gleichgewicht vor den Gerichten zu schaffen. Worauf müssen Sie aber vor dem Abschluss einer Rechtsschutzversicherung achten und was hat es mit der Wartezeit auf sich?

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1. Was bedeutet die Wartezeit bei der Rechtsschutzversicherung?

Die Rechtsschutzversicherung für private Haushalte gliedert sich in vier Bausteine:

  • Privatrechtsschutz
  • Mietrechtsschutz
  • Berufsrechtschutz
  • Verkehrsrechtschutz

Diese vier Bausteine sind wiederum in Untergruppen wie Vertragsrechtsschutz, Strafrechtsschutz, Verwaltungs- und Steuerrechtsschutz unterteilt. Im Gegensatz beispielsweise zur privaten Haftpflichtversicherung bestehen für einige dieser Risiken Wartezeiten. Der Versicherer übernimmt keinerlei Kosten, wenn sich innerhalb der Karenzzeit eine juristische Auseinandersetzung anbahnt oder der Konfliktfall bereits vor Vertragsabschluss eingetreten ist.

Kein rückwirkender Versicherungsschutz

Die Wartezeit schließt folglich auch den rückwirkenden Abschluss einer Rechtsschutzversicherung aus. Zwischen dem Vertragsbeginn und Eintritt der Rechtsstreitigkeit müssen also drei Monate liegen. Zu den Absicherungen, die eine Wartezeit bedingen, zählen beispielsweise

  • Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht
  • Verwaltungsrechtsschutz in Verkehrssachen
  • Arbeits- und Sozialgerichts-Rechtsschutz
  • Steuer-Rechtsschutz vor Gerichten
  • Rechtsschutz für die selbst genutzte Wohneinheit

Spricht der Arbeitgeber beispielsweise im Juni die Kündigung aus, hätte der Arbeitnehmer nur dann einen Anspruch für die Kostenübernahme vor dem Arbeitsgericht, wenn der Vertrag bereits Februar geschlossen worden wäre.

2. Warum hat eine Rechtsschutzversicherung eine Wartezeit?

Die Versicherer wollen damit die Versichertengemeinschaft vor überhöhten Ausgaben schützen. Wer weiß, dass ein Rechtsstreit auf ihn zukommt, schließt schnell noch eine Rechtsschutzversicherung ab, um diese nach Beendigung der juristischen Auseinandersetzung wieder zu kündigen. Dies wäre betriebswirtschaftliche für den Versicherer riskant und wenig zielführend.

Vor diesem Hintergrund besteht bei einigen der oben genannten Bausteine eine Karenzzeit. Diese beträgt drei Monate. Schließt der Vertrag auch erweiterten Eherechtsschutz ein, sprich die Kostenübernahme im Fall einer Scheidung, verlängert sich die Wartezeit in der Rechtsschutzversicherung dafür um drei Jahre.

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3. Bei welchen Leistungen einer Rechtsschutz gilt die Wartezeit?

Die erste Übersicht zu einer Karenzzeit haben wir bereits vorgestellt. Hier gilt es allerdings, noch einmal zu differenzieren:

Die Verkehrsrechtsschutzversicherung ist die am häufigsten abgeschlossene Police in dieser Sparte. Auffällig ist, dass der Versicherungsnehmer ab dem ersten Tag vollen Versicherungsschutz genießt.

4. Für welche Rechtsbereiche gilt keine Karenzzeit?

Diese Frage beantwortet Ihnen die oben vorgestellte Tabelle. Der Schadensersatzrechtsschutz in der privaten Rechtsschutzversicherung greift beispielsweise, wenn Sie ein Produkt erwerben, welches Mängel aufweist. Der Verkäufer lehnt eine Regulierung ab und Sie gehen vor Gericht. Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses stand der Erwerb noch nicht zur Diskussion. Vor diesem Hintergrund des plötzlichen Eintretens des Versicherungsfalls entfällt die Wartezeit auch bei der Verkehrsrechtsschutzversicherung. Ein Unfall ist ebenso wenig vorhersehbar, wie die Radarkontrolle am Straßenrand.

Dass es sich lohnt, das Radargerät eventuell von einem Gutachter auf Genauigkeit prüfen zu lassen, belegt ein Artikel der Münchner tz vom 17.3.2009. Die jüngsten Rückrufaktionen von Radarfallen in Kassel zeigen, dass sich wenig geändert hat. Allerdings kosten diese Prüfungen einen fünfstelligen Betrag, den sich nur wenige Autofahrer leisten können. Die Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten dafür.

Wartezeit bei Berufs-, Arbeits- und Mietrechtsschutz

Anders sieht es bei den Wartezeiten im Berufs-, Arbeits- und Mietrechtsschutz aus. Hier können Versicherungsnehmer, die bereits über eine Rechtsschutzversicherung verfügen und den Anbieter wechseln möchten, allerdings die Wartezeit umgehen.

Die Voraussetzung dafür ist denkbar einfach: Der neue Vertrag muss sich lediglich nahtlos an das Ende des bestehenden Vertrages anschließen. Endet der Altvertrag beispielsweise am 15. März, muss der Versicherungsbeginn für die neue Police auf den 16. März datiert sein. Damit umschifft der Versicherungsnehmer alle Wartezeiten.

5. Ich befinde mich schon in einem Rechtsstreit: Kann ich jetzt noch eine Rechtsschutzversicherung abschließen?

Natürlich ist es möglich, während eines anhängigen Rechtsstreites noch eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen. Die Versicherungsnehmer müssen sich aber darüber im Klaren sein, dass für diesen Rechtsstreit keinerlei Versicherungsschutz besteht. Dies gilt auch für die Segmente, für die keine Karenzzeit besteht.

Fazit

Eine echte Rechtsschutzversicherung generell ohne Wartezeit gibt es nicht. Innerhalb der einzelnen versicherbaren Module gibt es allerdings Bereiche, bei denen die Versicherer auf eine Wartezeit verzichten.

Katja Nauck war bis November 2016 Social-Media-Managerin bei Friendsurance und verantwortete den Content im Friendsurance Blog. Sie sammelte bereits Erfahrung als Blogredakteurin und Social Media Verantwortliche für verschiedene Startups und Verlage.

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