Schadensersatz – Was Sie als Geschädigter oder Verursacher wissen sollten

• Katja Nauck • 5 Kommentare • 
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Man wünscht es sich nicht, doch es kann jeden Tag passieren: Sie wischen die wertvolle Vase Ihrer Freundin vom Tisch oder ihr Kind wird von einem Auto übersehen und angefahren. Doch wann ist man schadensersatzpflichtig? Und wann hat man selbst einen Anspruch darauf? Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Dinge, die Sie unbedingt beachten sollten.


Haftpflichtversicherung Schadensersatz Friendsurance  KatarzynaBialasiewicz

Schadensersatz laut BGB



Der Ersatz eines Schadens ist eine Entschädigung, die durch schuldhaftes oder fahrlässiges Verhalten eine Person oder deren Eigentum beschädigt. Der Verursacher des Schadens ist damit schadensersatzpflichtig und muss für den entstandenen Schaden aufkommen. Im Bürgerlichen Gesetzbuch § 823 ist die Schadensersatzpflicht so geregelt:

#1 Schadensersatz muss derjenige leisten, der vorsätzlich oder fahrlässig “das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt (…)”.

#2 Ebenfalls Schadensersatz muss derjenige leisten, der gegen ein Gesetz verstößt, das einen Dritten schützt.

Bei der Schädigung einer Person gibt es das sogenannte Schmerzensgeld. Dies ist der finanzielle Ausgleich bei Körperverletzungen, unzumutbaren seelischen Belastungen oder einer Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung. Sollten Sie in einer solchen Situation sein, haben Sie Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn die Ihnen zugefügten Verletzungen und daraus resultierenden Schmerzen von einem Arzt attestiert werden. Wenn Sie selbst Verursacher eines Unfalles sind, müssen Sie im Gegenzug dem Verletzten Schmerzensgeld zahlen.

Ob und wie viel Schmerzensgeld der Verursacher zahlen muss, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu ist immer eine individuelle ärztliche Beurteilung notwendig. Zum einen wird nach der Art und der Dauer der Verletzung entschieden, zum anderen fließen auch die Zeit der Arbeitsunfähigkeit und die psychischen Langzeitfolgen in die Beurteilung ein.
Vor allem im Straßenverkehr können schnell Unfälle mit unvorsichtigen Kindern passieren, die hohe Schmerzensgeldforderungen nach sich ziehen. Da Kinder unter 7 Jahren aber nicht deliktfähig sind, kann ihnen keine Mitschuld am Unfall angelastet werden. Daher sollten vor allem Autofahrer und Fahrradfahrer unbedingt eine private Haftpflichtversicherung besitzen.

Haftpflichtversicherung und Schadensersatz



Ihre private Haftpflichtversicherung reguliert grundsätzlich Schadensersatzansprüche, die sich aus Personenschäden, Sachschäden, Vermögensschäden oder Mietsachschäden ergeben. Das heißt, die Versicherung deckt die alltäglichen Risiken ab, die sich in Ihrem privaten Leben gegenüber Dritten ergeben können. Sollten Sie also einen Dritten geschädigt haben, prüft die Haftpflichtversicherung, ob es sich um einen Haftungsfall handelt, für den Sie Schadensersatz zu leisten haben. Der Schneeball im Fenster des Nachbarns, der Bruch des geliehenen Laptops oder der Hund in der Wade eines Passanten – in diesen Fällen würde Ihre Haftpflichtversicherung greifen. Selbst wenn Ihnen auf Ihrer Urlaubsreise im Ausland etwas passiert, hilft Ihnen die private Haftpflichtversicherung, da Sie meistens weltweit gilt. Beim Abschluss der Versicherung sollten Sie außerdem auf eine ausreichend hohe Deckungssumme achten, denn gerade bei Personenschäden mit körperlichen Schäden können die Schadensersatzansprüche sehr hoch sein.

Unser Tipp

Sollten Sie versehentlich jemandem Schaden zugefügt haben, schildern Sie den entstandenen Schaden schnellstmöglich Ihrer Haftpflichtversicherung. Diese leitet dann die erforderlichen Wege für Sie ein. Bei einem Autounfall hilft ein Sachverständiger, der mittels Gutachten den Schaden kompetent und objektiv einschätzen kann. Hier ist es wichtig, dass Sie als Veruracher mit dem Geschädigten kommunizieren und an Ort und Stelle Personendaten austauschen, damit die Haftung und die Frage des Schadensersatzes geklärt werden kann. Das Gutachten ist für die Versicherung ein wichtiger Beleg. Besteht ein Anspruch auf den Ersatz eines Schadens, ist die damit verbundene Haftung nach deutschem Recht unbegrenzt. Ihre Haftpflichtversicherung prüft umfänglich die Höhe Ihrer Haftung und darüber hinaus die Frage, ob Schmerzensgeldforderungen geltend gemacht werden können.

Verjährung des Schadensersatzes



Wollen Sie einen Anspruch auf Ersatz eines Schadens geltend machen, sollten Sie es so zeitnah wie möglich regeln. Denn auch hier gibt es einige Fristen, die es zu beachten gilt. Immaterielle Schadensersatzansprüche, also Körperverletzungen oder seelische Belastungen verjähren laut § 199 des BGB nach 30 Jahren ab dem Zeitpunkt des Ereignisses. Andere Ansprüche verjähren nach 10 Jahren ab Zeitpunkt des Geschehens. Doch auch hier gibt es Ausnahmen. Ansprüche gegenüber Mietern verjähren bereits nach sechs Monaten. Hier sollten Sie unbedingt im Auge behalten, dass bei der Berechnung nicht das Mietende, sondern der Übergabetermin ausschlaggebend ist!



Haben Sie Fragen zum Thema Schadensersatz oder sind Sie sich unsicher, was Ihre Haftpflichtversicherung übernimmt? Hinterlassen Sie einfach einen Kommentar. Wir helfen Ihnen gern weiter!


Katja Nauck war bis November 2016 Social-Media-Managerin bei Friendsurance und verantwortete den Content im Friendsurance Blog. Sie sammelte bereits Erfahrung als Blogredakteurin und Social Media Verantwortliche für verschiedene Startups und Verlage.

5 Meinungen

  1. Michael Edlinger sagt:

    Hallo ,

    ich will gegen eine Person Schadenersatzansprüche (Tierarztrechnung ) geltend machen
    in Form einer Zahlungsaufforderung bzw Fristsetzung wie gehe ich richtig vor ?

    Mit freundlichen Grüßen

    Michael Edlinger

    • Katja Nauck sagt:

      Hallo Herr Edlinger,

      der von Ihnen beschriebene Fall ist kein Fall für eine Haftpflichtversicherung sondern ein Rechtsschutzfall.
      Sie könnten sich damit an Ihre Rechtsschutzversicherung wenden oder Sie kontaktieren einen Anwalt Ihrer Wahl, wenn Sie keine Rechtsschutzversicherung besitzen. Zunächst muss auch erst einmal geklärt werden,
      ob überhaupt ein berechtigter Schadensersatzanspruch besteht. Dazu müsste man detaillierte Angaben zu Ihrem Schadensfall haben.
      Wenn Sie eigenmächtig eine Zahlungsaufforderung an die betreffende Person stellen, dann sollten Sie wissen, dass Sie jedoch nicht im Nachhinein hier Kosten bei einer Versicherung geltend machen können.
      Wir empfehlen Ihnen daher sich direkt an Ihre Rechtsschutzversicherung zu wenden. Wir sind an dieser Stelle leider nicht befugt, rechtliche Beratung zu geben.

      Viele Grüße

      Katja Nauck

  2. Bernd Krüger sagt:

    Hallo, Frage zur erfolgten Haftpflicht Schadenregulierung:
    Eine ca. 8 jährige Mehrzweckleiter (Neuwert ca.300 €) wurde nach Beschädigung einer Sprosse durch meiner Versicherung mit 200 € ausgeglichen.
    Hat meine Versicherung oder ich Anspruch auf die beschädigte Leiter?

  3. Walter Reisenberg sagt:

    Hallo,

    Ich habe beim Skifahren einen Schaden verursacht (einem anderen im Endeffekt das Kinn aufgeschlitzt und einen Zahn ausgeschlagen, war aber ein Unfall).

    Ich habe dann gleich eine Schadensmeldung an meine Versicherung gestellt, aber an wen wird der Geschädigte jetzt die Schadensersatzforderung stellen? Wahrscheinlich ja an mich, aber wie wird dies dann weiter verlaufen? Schicke ich eine Forderung einfach an meine Versicherung weiter?

    MfG, Walter.

    • Patty Kemnitz sagt:

      Hallo Walter,

      im Allgemeinen läuft der Prozess wie folgt ab: Der Geschädigte stellt Ihnen eine Forderung, die Sie dann wiederum an das Versicherungsunternehmen Ihrer Privat-Haftpflicht weiterleiten müssen. Geben Sie denen am besten vorab schon einmal Bescheid. Sie werden Ihnen mitteilen, wie Sie handeln sollen.

      Viele Grüße,
      Patty Kemnitz

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