Mietrecht: Die Top 10 Ihrer Rechte als Mieter

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Mietrecht_Rechtschutzversicherung© friendsurance

„Home! Sweet Home!“ In Ihrem Heim sollte man sich wohlfühlen und die Wohnung so gestalten können, wie man es mag. Doch hören auch im Mietrecht die eigenen Freiheiten dort auf, wo die Freiheit des anderen beginnt. Sie fragen sich, was man als Mieter eigentlich darf und was der Vermieter einschränken kann? Wir erläutern die Top 10 Ihrer Rechte als Mieter.

Ziervögel, Schildkröten, Meerschweinchen, Hamster und andere Kleinnager sind in Mietwohnungen generell erlaubt. Um diese Tiere zu halten, benötigt man keine Extra-Erlaubnis des Vermieters. Anders sieht es da mit dem besten Freund des Menschen aus: Hunde dürfen in Wohnungen nur gehalten werden, wenn der Vermieter seine Zustimmung gibt. Auch wenn es sich um kleine Hunde wie Yorkshire-Terrier oder Dackel handelt. Es gibt Vermieter, die die Hundehaltung generell verbieten oder sie machen die Haltung von ihrer Zustimmung abhängig. Hundehalter sollten sich daher vor der Unterzeichnung des Mietvertrags erkundigen, ob Hunde in der neuen Bleibe erlaubt sind.
Achtung Katzenfreunde: Wer mehrere Katzen in der Wohnung hält, kann Ärger mit dem Vermieter bekommen. Sollte die Geruchs- und Lärmbelästigung zu stark sein, haben Nachbarn das Recht sich zu beschweren und können Mietminderung verlangen. Der Katzenbesitzer kann im schlimmsten Fall gekündigt werden, wenn die Mietsache dadurch erheblich beeinträchtigt wird.

Sie essen gerne ein saftiges Steak vom Holzkohlegrill auf dem Balkon? Dem steht nichts im Weg, denn auf dem eigenen Balkon oder der Terrasse ist Grillen erlaubt, wenn die Rauchbeeinträchtigung der Nachbarn nicht zu stark ist. Wenn Sie Ihre Nachbarn nicht strapazieren wollen, sollten Sie von Holzkohle auf den Elektrogrill ausweichen. Das schont die Umwelt und belästigt die Nachbarn weniger.
Der Vermieter hat jedoch das Recht ein generelles Grillverbot im Mietvertrag aufzunehmen. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Abmahnung, die bei mehrmaligem Missachten zur Kündigung führen kann. Sie sollten daher immer nochmal in Ihren Mietvertrag schauen oder bei Ihrer Hausverwaltung nachfragen, bevor es brenzlig wird.

Nichtraucher haben in ihren eigenen vier Wänden leider das Nachsehen, wenn es um Geruchsbelästigung durch die Nachbarn geht: Rauchen gehört zum sogenannten „vertragsmäßigen Gebrauch“. Man kann zwar bei eindeutig nachweisbarem dauerhaftem Zigarettenqualm eine Mietminderung verlangen, jedoch ist das Rauchen auf dem Balkon oder aus dem Fenster heraus generell rechtlich nicht verboten. Raucher sind also auf der sicheren Seite. Wenn Sie sich durch starken Zigarettenqualm gestört fühlen, jedoch auf gute Nachbarschaft Wert legen, sollten Sie versuchen, den Kontakt zum Nachbarn zu suchen, bevor der Gang zum Anwalt erfolgt.
Übrigens – wer in seiner Wohnung oder auf seinem Balkon Cannabis anbaut – wie jüngst Cem Özdemir in seiner Ice Bucket Challenge offenbarte – riskiert eine sofortige fristlose Kündigung. Selbst wenn er dies zu medizinischen Zwecken tut.
Wenn es soweit kommen sollte, ist eine Rechtsschutzversicherung hilfreich, da sie zu den rechtlichen Möglichkeiten berät, kompetente Hilfe und finanzielle Unterstützung beim eventuellen Rechtsstreit bietet.

Wussten Sie, dass Sie nachts lediglich bis zu 30 Minuten duschen dürfen, um die Nachtruhe im Haus nicht zu stören? Die vom Gesetzgeber verordneten Nachtruhezeiten von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens sind unbedingt einzuhalten – dies gilt für alle Geräuschquellen, auch das nächtliche Duschen. Tagsüber gilt die Zimmerlautstärke sowohl beim Feiern und Reden, bei Streitigkeiten, bei Hundegebell, bei übermäßigem Herumtoben älterer Kinder als auch für den Genuss von Musik und das Musizieren. Nachbarn, die sich von dauerhaftem Lärm gestört fühlen, können versuchen eine Mietminderung vom Vermieter zu erhalten. In vielen Fällen hilft es schon, sich freundlich an den Nachbarn zu wenden und ihn auf die Ruhestörung aufmerksam zu machen. Jedoch liegt die Überschreitung von Zimmerlautstärke auch oft im Ermessen des Vermieters und muss nachgewiesen werden. Kinder- und Kleinkindgeschrei gehört zur Entwicklung des Kindes und muss – in gewissen Grenzen – akzeptiert werden.

Wenn man in der Wohnung Parkett verlegen, Wände oder Zwischendecken einziehen oder eine Küche einbauen möchtes, muss man die Erlaubnis des Vermieters einholen. Es gilt die Regel, dass generell nur solche Mieterumbauten erlaubt sind, die vom „vertragsmäßigen Gebrauch“ gedeckt sind und keinen erheblichen Eingriff in die Bausubstanz darstellen. Wer größere Umbauten plant, sollte immer den Vermieter fragen und sich die Erlaubnis einholen.

WGs aufgepasst: Ohne die Einwilligung des Vermieters dürfen Einzelzimmer oder die gesamte Wohnung nicht dauerhaft an Dritte untervermietet werden. Sollte der Vermieter in einer Wohnung einen ihm nicht gemeldeten Untermieter antreffen, kann er dem Mieter der Wohnung mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Wer eine WG eröffnet oder als alleiniger Mieter einen weiteren Mieter in seinen Vertrag aufnehmen möchte, muss sich an seinen Vermieter wenden. Dieser hat auch das Recht Untervermietung generell zu untersagen.

Für Reparaturen und Mängelbeseitigung ist grundsätzlich der Vermieter verantwortlich. Wichtig ist, dass man den Vermieter umgehend nach Entdeckung über den Mangel informiert, damit der Schaden sofort behoben werden kann. In vielen Verträgen wird eine Kleinreparaturklausel vereinbart, die besagt, dass der Mieter Schäden einer bestimmten Höhe, sogenannte Bagatellschäden, selbst übernehmen muss. Die Höhe kann zwischen 75 EUR im Einzelfall oder maximal 200 EUR innerhalb eines Jahres liegen. Wenn z. Bsp. im Winter am Wochenende oder Feiertagen die Heizung ausfällt und der Vermieter ist nicht erreichbar, kann der Mieter die Reparatur beauftragen und dem Vermieter in Rechnung stellen.

Als Mieter kann man selbst entscheiden, in welcher Farbe man seine Wände gestaltet oder mit welchem Material. Laut Gesetzgeber sind jene Regelungen im Mietvertrag unwirksam, die Schönheitsreparaturen an den Wänden in weißer, heller Farbe vorsehen. Gegen solche Klauseln kann man widersprechen. Der Vermieter hat kein Recht eine turnusmäßige Renovierung oder das Neutapezieren zu verlangen. Lediglich wirksam sind jene Vertragsklauseln, die eine Renovierung bei Auszug und Vertragsende vorsehen. Diese dienen dem Vermieter zu Weitervermietungszwecken und sind daher einzuhalten. Aber auch hier gibt es Spielräume und in den meisten Fällen liegt die Verständigung über die Farbe zwischen Alt- und Neumieter.

Das Einsetzen von Einbauküchen benötigt bei vielen Wohnungseigentümern die Erlaubnis des Vermieters inklusive des Nachweises fachgerechter Montage. Soll die zur Mieteinheit zugehörige Einbauküche aufgrund von Alter und Verschleiß ausgetauscht werden, hat man Recht dem zu widersprechen oder eine gleichwertige neue Küche zu verlangen. Der Vermieter kann nicht ohne weiteres Geräte oder die komplette Küche austauschen, wenn der Mieter sich dagegen ausspricht.

Damit kein Schimmel in der Mietwohnung entsteht, sollte man immer genügend lüften. Vor allem in den Wintermonaten kann es durch die feuchtwarme Luft innen besonders zu vermehrter Schimmelbildung kommen. Grundsätzlich ist der Vermieter verantwortlich für die Beseitigung erheblicher Feuchtigkeitsschäden in einer Wohnung. Denn in vielen Fällen sind Baumängel an der Wohnung oder dem Gebäude Ursache für die Entstehung von Schimmel. Im Streitfall muss nachgewiesen werden, ob der Mieter oder Vermieter für die Beseitigung aufkommen muss.

Generell sollte man immer genau den Mietvertrag vor Unterzeichnung genau durchlesen und sich im Zweifelsfall rechtlich beraten lassen, wenn man über einige Klauseln unsicher ist. Wenn man feststellt, der Vermieter verlangt eine unangemessen hohe Nebenkostenabrechnung oder erhöht plötzlich ohne Begründung die Miete, sollten die Alarmglocken angehen. Nur weil der Vermieter von Ihnen etwas verlangt, heißt das nicht, dass es rechtens ist – lassen Sie sich dazu lieber rechtlich beraten oder kontaktieren Ihre Rechtsschutzversicherung, um aufwendigem Ärger aus dem Weg zu gehen. Dann steht dem Glück in der Traumwohnung nichts mehr in Wege!

Quelle: Deutscher Mieterbund

Katja Nauck war bis November 2016 Social-Media-Managerin bei Friendsurance und verantwortete den Content im Friendsurance Blog. Sie sammelte bereits Erfahrung als Blogredakteurin und Social Media Verantwortliche für verschiedene Startups und Verlage.

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