eBay Kleinanzeigen: Wir haben nachgefragt. Das erwarten Nutzer von Ihrer Anzeige

• Andra Lipinski • Keine Kommentare • 

Nicht jeder ist ein Profi bei der Erstellung von Anzeigen bei eBay Kleinanzeigen und vieles wird durch “Learning by Doing” und “Trial and Error” dazugelernt. Völlig legitim! Wer es auf Verkäuferseite dennoch besser machen möchte, findet online eine Menge Tipps, Tricks und Tutorials sowie Blogger, die ihre Erfolgsrezepte teilen und Marketingexperten, die Leitfäden anbieten. Das Tech-Unternehmen Friendsurance ist jedoch noch einen Schritt weiter gegangen und hat direkt bei den Nutzern nachgefragt, was sie gern in den Anzeigen sehen würden.

Wollen Sie mit wenig Aufwand eine gut funktionierende Anzeige aufgeben? Hier finden Sie unsere Ratgeber-Liste zum Herunterladen. Oder sind Sie neugierig zu erfahren, warum die Tipps in der Ratgeber-Liste Ihnen helfen werden, bei Suchenden positiv aufzufallen? Lesen Sie weiter.

Aus Käufersicht ist bei vielen Anzeigen noch Luft nach oben

Was wünschen sich Käufer von den privaten Anzeigen, nachdem sie unzählige Inserate im Laufe der Jahre gesehen haben? Vor allem bei der Darstellung der Artikel in Bildern, bei den Bewertungen, sowie bei der Suchfunktion besteht, laut der Umfrageergebnisse, aus Käufersicht noch viel Verbesserungspotential. Daher haben wir die Wünsche der Käufer in eine Art Forderungskatalog zusammengefasst und Tipps für die Verkäufer abgeleitet.

Erzählen Sie die Geschichte Ihres Produktes, denn ein Produkt ist nur so gut wie seine Geschichte.  

  • Seien Sie ehrlich, authentisch und nachvollziehbar in Ihren Beschreibungen. Interessenten wittern, wenn ein Produkt übertrieben angepriesen wird und springen ab.
  • Schreiben Sie aber auch nett, persönlich, sympathisch. Idealerweise bringen Sie die Interessenten zwischen den Zeilen zum Lächeln.
  • Die Suchfunktion berücksichtigt nur die Begriffe im Anzeigentitel. Stehen wichtige Suchbegriffe in der Beschreibung, jedoch nicht im Titel, erscheint Ihre Anzeige bei der Suche nach diesen Begriffen nicht in den Suchergebnissen. Schade für Sie und die potentiellen Käufer. 52% der Befragten ist es daher ein Anliegen, dass im Anzeigentitel mehr Angaben wie Zustand, Farbe, Marke, Maße oder Material gemacht werden, um die Suche zu erleichtern. Vergessen Sie jedoch nicht, auf dem Handy werden max. 60 Zeichen des Anzeigentitels angezeigt. Den Bildschirm ins Querformat zu drehen, hilft leider auch nicht. Wie ärgerlich ist es dann, wenn gerade der entscheidende Teil abgeschnitten wird. Schreiben Sie also die wichtigsten Begriffe in die ersten 60 Zeichen.
  • Der Kunde ist König und Freundlichkeit das oberste Gebot. Das sollte selbstverständlich sein, jedoch ließt man in den Anzeigen so oft Gegenteiliges, dass man sich als Adressat zurecht beleidigt fühlt. Wer schon im Anzeigentext abgehoben und unfreundlich formuliert, wird sehr wahrscheinlich ein ebenso unangenehmer Umgang im Schriftverkehr sein.
  • Fassen Sie sich kurz, beantworten Sie jedoch schon vorab die Grundfragen die potentielle Kunden interessieren würden. Das erspart allen einen ellenlangen Austausch. Am besten mit Spiegelstrichen: In welchem Zustand ist der Artikel, wie alt, wie groß, welche Farbe hat er (ist auf den Bildern manchmal nicht eindeutig zu erkennen), von welcher Marke ist er, hat er Mängel von denen man etwas wissen sollte, aus welchem Material ist er gebaut, wurde er oft genutzt, aus welchem Grund wird er verkauft, wie teuer wäre der Versand, usw.? 
  • Sie vermitteln den ersten Eindruck von Ihrem Produkt. Bezeichnen Sie den Artikel auf keinen Fall selbst als Fehlkauf. Was sollte potentielle Kunden dazu bewegen, den gleichen Fehlkauf zu tätigen? 

Auf die Story kommt es an: Dachbodenfund, Nachlass von Oma, Platzmangel oder eine größere Variante gekauft und somit wird dieses beinahe neue Produkt weiterverkauft. Das kommt immer gut an!

Suchende investieren ihre Zeit darin, Schnäppchen zu suchen und Zeit ist bekanntlich auch Geld. Sie verzichten darauf, das Produkt sofort zu haben und ihre Kauflust zu stillen, sie warten geduldig wie der Jäger im Dickicht. Sehen sie dann jedoch, dass Verkäufer beinahe den Neupreis / Einkaufspreis für einen gebrauchten Artikel verlangen, ist die Kauflaune im Keller und sie gehen zur nächsten Anzeige über (oder setzen sogar Filter, die Anzeigen mit überzogenen Preisvorstellungen für einen Online-Flohmarkt von vornherein ausblenden). Daher der Rat:

  • Geben Sie einen Preis vor. Nur VB zu schreiben und die Leser in der Beschreibung dazu aufzufordern Ihnen ein faires Angebot zu machen, ist bei den meisten Produkten ein Deal-Breaker.
  • Vergleichen Sie die Preise ähnlicher Artikel, bevor Sie Ihre eigenen Artikel bepreisen. Ihre Artikel haben nur dann eine Verkaufschance, wenn sie sich mindestens im preislichen Mittelfeld befinden. 
  • Bieten Sie Raritäten oder vergriffene Produkte an, lassen Sie die Interessenten das auch wissen. Das untermauert Ihre Preisvorstellung und macht die Story stimmig.
  • Eine Vielzahl von Anbietern schreiben, der Preis sei nicht verhandelbar, zumeist in einem sehr unfreundlichen Ton. Ist das wirklich nötig? eBay Kleinanzeigen ist nun einmal ein Online-Flohmarkt und auf Flohmärkten feilscht man gern. Sonst könnten potentielle Kunden auch direkt in den Laden gehen. Dann verlangen Sie doch von Anfang an etwas mehr und kommen Sie auf Anfrage dem Käufer etwas entgegen. Das stimmt sowohl Sie als auch den Käufer glücklich. Und auch das kleine gelbe Gesicht unter Ihrem Profilnamen lacht aus vollem Munde: Zufriedenheit TOP. Übrigens, können Käufer Sie erst bewerten, nachdem jeder von Ihnen 2 Nachrichten geschrieben hat. Erst dann erscheint unter den Nachrichten der Button mit der Aufschrift “Nutzer bewerten”.
  • Einige Verkäufer reduzieren den Preis nur um 1 bis 2 Euro und so bekommen alle Interessenten Push-Nachrichten, dass der Preis reduziert wurde. Zwar finden Interessierte es gut, an einen Artikel erinnert zu werden, den sie bereits länger beobachten, seien wir aber ehrlich: Eine Reduktion um einen so geringen Betrag ist die Push-Nachricht kaum wert. 😉 

Schrott ist kein Schnäppchen. Es ist immer wieder erschreckend, welche mangelnde Selbstwahrnehmung einige Anbieter haben, wenn sie versuchen, unter Berufung auf Nachhaltigkeit, nicht mehr verwendbare Sachen doch noch an den Mann zu bringen.

Online sind Käufer und Verkäufer auch nur Menschen im persönlichen Miteinander, fast so als würden sie sich auf dem Trödelmarkt gegenüberstehen. Auch wenn Sie wenig Zeit haben oder anonym bleiben wollen, ein Mindestmaß an Respekt und Vertrauen sollten Sie schaffen. 

 

Laut Umfrage fordern die Nutzer mehr Transparenz bei den Bewertungen der einzelnen Verkäufer, die über die Gesamtbewertung, die Antwortzeit, die Freundlichkeit und Zuverlässigkeit hinausgehen. 55% der Befragten gehen diese allgemeinen Kategorien nicht weit genug. Schließlich geben die Nutzer auch aktuell schon, bei der Bewertung ihrer Kauferfahrung oder Interaktion, ihre Einschätzungen in mehreren Kategorien ab.  

 

  • Da eBay Kleinanzeigen keine Gesichter zu den Anbietern anzeigt, fängt das Vertrauen beim Namen an. Nutzer wissen gern, wer ihr Ansprechpartner ist, so komisch der ausgesuchte Name auch klingen mag (z.B. “RitterRost79” oder “Flschnpst12”). Dass beim Nutzernamen weniger oft “Privat” steht, wünscht sich mehr als jeder Dritte (36%). Männern ist das deutlich wichtiger als Frauen. Nur 20% finden es in Ordnung, dass der Nutzername gar nicht angegeben wird. 
  • Haben Interessierte nach Wochen und mehrmaligem Anschreiben immernoch keine Antwort vom Verkäufer (und auch keine andere Möglichkeit ihn zu kontaktieren), möchten diesen Artikel jedoch unbedingt haben (z.B. Immobilien, Autos, Kunst), sind sie ungemein frustriert. Stellen Sie als Anbieter eine Anzeige online, sollten Sie sich auch die Zeit nehmen zu antworten, selbst wenn Ihnen die Bude eingerannt wird. Das ist ein Mindestmaß an professionellem Verhalten. 
  • Kein Interessent erwartet, dass Sie um Mitternacht Ihre Nachrichten beantworten. Antworten Sie jedoch innerhalb einiger Stunden (oder sogar Minuten), ist die Kundenerfahrung sehr positiv und die Wahrscheinlichkeit, dass der Interessent sich nicht anderweitig orientiert, viel höher. Selbst wenn Sie dem Interessenten absagen, ist eine zeitnahe Antwort eine positive Erfahrung und zeugt von professionellen Verhalten. Ihre Bewertungen werden es Ihnen danken.  

Schreiben Sie lieber eine Nachricht mehr, als eine Nachricht weniger. Halten Sie den Käufer auf dem Laufenden über die Schritte die folgen werden, steuern Sie die Erwartungen. Und vergessen Sie auch im Schriftverkehr nicht, der Ton macht die Musik.

Anzeigen müssen nicht perfekt sein, Käufer verzeihen eine Menge, wenn Sie einen Artikel haben wollen. Wenn Sie jedoch keinen exklusiven Artikel haben, sondern einen von vielen der gleichen Art anbieten, werten Sie Ihre Anzeigen durch Liebe zum Detail, Freundlichkeit und Servicegedanken auf. Sie werden sehen, mit wie wenig Extra-Aufwand Ihre Anzeigen hervorstechen und beide Seiten ein Erfolgserlebnis haben.

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