Private Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung – Nicht nur ein kleiner Unterschied

• Katja Nauck • 9 Kommentare • 
Per E-Mail senden20
Facebook0
Google+0
https://blog.friendsurance.de/berufsunfahigkeitsversicherung-unfallversicherung-unterschied/
LinkedIn

Viele fragen sich, worin der Unterschied zwischen einer Unfallversicherung und einer Berufsunfähigkeitsversicherung besteht. Beide Versicherungen sind wichtig, decken aber ganz verschiedene Risiken ab. Wir zeigen Ihnen auf einen Blick, welche Leistungen beide Versicherungsarten bieten.

Unfallversicherung Berufsunfähigkeits Versicherung Unterschied

Der größte Unterschied zwischen Unfallversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung ist der Absicherungszweck. Beide Versicherungen gehören zur persönlichen Risikovorsorge, dienen jedoch zwei unterschiedlichen Zwecken. Die private Unfallversicherung leistet dann, wenn Ihnen aufgrund eines Unfalls Krankheitskosten entstehen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung greift hingegen, wenn Sie nicht mehr in der Lage sind, Ihren Beruf auszuüben. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Sie durch eine Krankheit, eine Körperverletzung oder einen Unfall berufsunfähig geworden sind. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gilt für das gesamte Berufsleben. Vor und nach dem Berufsleben und als Ergänzung wäre eine private Unfallversicherung zur Absicherung bei Unfällen wichtig. Denn die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nur bei Unfällen während oder auf dem Weg zur Arbeit, Schule oder Ausbildung.

Hier sehen Sie die Unterschiede beider Versicherungen auf einen Blick:

Private Unfallversicherung © friendsurance
Berufsunfähigkeitsversicherung_Vorteile © friendsurance

In unserem Artikel „Ist eine Unfallversicherung sinnvoll?“ erläutern wir verständlich, was eine Unfallversicherung ist, welche Leistungen sie abdeckt und was Sie bei der Tarifauswahl beachten sollten. Im Folgenden geht es darum, welche Absicherung Sie durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten.

Wenn Interesse an einer persönlichen Beratung besteht, können Sie hier eine unverbindliche Beratung zur privaten Unfallversicherung bei unserem Versicherungsberater beantragen.

Was ist Berufsunfähigkeit?

Jedes Versicherungsunternehmen definiert Berufsunfähigkeit ein wenig abweichend.

Der Gesetzgeber sagt:

„Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestattet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann.“

Das heißt, Sie sind berufsunfähig, wenn Sie Ihren Beruf nicht oder nur noch eingeschränkt ausüben können – egal, ob dies aufgrund eines Unfalls, einer Krankheit oder Körperverletzung geschehen ist. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bietet Ihnen in dieser Situation eine monatliche finanzielle Absicherung.

Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung

Bei der Wahl einer Berufsunfähigkeitsversicherung kommt es grundsätzlich darauf an, wie hoch Ihr Risiko ist, berufsunfähig zu werden. Der Versicherungsschutz Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung ist abhängig von folgenden Bedingungen:

– Ihrem Gesundheitszustand und eventuellen Vorerkrankungen
– Ihrem Alter
– Ihrem derzeit ausgeübten Beruf
– Ihrer Ausübung riskanter Hobbies und Freizeitaktivitäten

Umfangreiche Gesundheitsprüfung

Wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchten, verlangt das jeweilige Versicherungsunternehmen von Ihnen Auskunft über Ihren Gesundheitszustand und die vorherige Krankheitsgeschichte. Dazu müssen Sie einige Fragen beantworten, die sich in der Regel auf die letzten fünf bis zehn Jahre vor Antragstellung beziehen. Sollten bei Ihnen chronische Krankheiten oder andere gesundheitliche Einschränkungen wie Allergien vorliegen, müssen Sie dazu weitere Angaben machen. Aufgrund dieser Angaben werden Sie in eine bestimmte Risikogruppe eingestuft, anhand derer auch Ihr Versicherungsbeitrag bemessen wird.

Diese Gesundheitsprüfung ist bei jedem Versicherungsunternehmen unterschiedlich intensiv. Es kann daher vorkommen, dass Sie aufgrund Ihrer Vorerkrankungen in bestimmten Tarifen nicht versichert werden können.
Die Unfallversicherung besitzt im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung keine solche Gesundheitsprüfung, da bei Ihr lediglich ein Unfall als Ursache für die Versicherungsleistung gegeben sein muss.

Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung?

Generell kann man sagen, eine Berufsunfähigkeitsversicherung dient zur Absicherung des monatlichen Einkommens und ist daher eine existenziell wichtige Versicherung. Aufgrund einer Gesetzesänderung gibt es vom Staat bei allen nach dem 01.01.1961 Geborenen keine Leistung mehr bei Berufsunfähigkeit. Für die Absicherung des Einkommens ist es daher sehr wichtig, dass zumindest die Arbeitskraft des Hauptverdieners über eine Berufsunfähigkeitsversicherung versichert ist.
Eine Unfallversicherung ist erheblich preisgünstiger als eine Berufsunfähigkeitsversicherung, dennoch ersetzt sie diese keinesfalls.

Bei manchen Tarifen der Berufsunfähigkeitsversicherung entsteht durch die umfangreiche Gesundheitsprüfung jedoch die Gefahr, dass Menschen mit Vorerkrankungen (je nach Schwere der Erkrankung) leider nicht versichert werden können. Wer aufgrund seiner Gesundheit keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt, sollte als sinnvolle Ergänzung zumindest eine Unfallabsicherung in Betracht ziehen.
Für Menschen ohne Vorerkrankungen ist die Absicherung über eine Berufsunfähigkeitsversicherung jedoch von Vorteil, da diese Absicherung immer greift, unabhängig von der Ursache.
Andersherum ist es so, dass die Unfallversicherung niemals ein Ersatz für die Berufsunfähigkeitsversicherung ist, sondern eher eine wichtige Ergänzung für die persönliche Absicherung sein kann.


Sie haben Fragen zur Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung? Hinterlassen Sie uns gern einen Kommentar und wir helfen Ihnen weiter!

Katja Nauck war bis November 2016 Social-Media-Managerin bei Friendsurance und verantwortete den Content im Friendsurance Blog. Sie sammelte bereits Erfahrung als Blogredakteurin und Social Media Verantwortliche für verschiedene Startups und Verlage.

9 Meinungen

  1. Andreas Agten sagt:

    Was ist denn, wenn ich infolge eines Unfalls meinen Beruf nicht mehr ausüben kann? Da es bei einigen Unfallversicherungen auch monatliche Renten gibt würden dann beide Versicherungen zahlen?

    • Patty Kemnitz sagt:

      Hallo Herr Agten,

      da beide Versicherungen nicht voneinander abhängig sind, zahlen sie, wenn die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind, beide.
      Genaueres können wir aus der Ferne natürlich nicht sagen, da wir Ihre Versicherungsbedingungen nicht kennen.
      Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte!

      Viele Grüße,
      Patty Kemnitz

  2. Kurt sagt:

    Hallo,

    für mich als Hobby Motorsportler (Motorrad), schätze ich die Wahrscheinlichkeit durch einen Unfall Berufsunfähig zu werden, um ein vielfaches höher ein, als durch Krankheit oder Körperverletzung.

    Daher denke ich, ist das größte Risiko durch eine Unfallversicherung (mit Motorsport) abgedeckt.

    Welchen Vorteil kann mir dennoch eine zusätzliche BU bieten ?

    freundliche grüße
    Kurt

    • Patty Kemnitz sagt:

      Hallo Kurt,

      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Eine BU deckt zusätzlich zu einer Unfallversicherung auch eine Berufsunfähigkeit ab, die nicht auf einen Unfall zurückzuführen ist.
      Die häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit sind, entgegen vieler Vermutungen, Nervenkrankheiten und psychische Erkrankungen. Die sind mit einer Unfallversicherung natürlich nicht abgedeckt, weshalb es ratsam ist, mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorzusorgen.

      Viele Grüße,
      Patty Kemnitz

  3. […] vorsorgen ist wichtig: Bei einer Berufsunfähigkeit ist es wichtig, frühzeitig vorzusorgen. Wenn erst einmal etwas passiert ist und der eigene Beruf […]

  4. Heike sagt:

    Hallo,

    es ist ja „sehr schön“, dass der Gesetzgeber vorgibt, dass alle nach dem 01.01.1961 Geborenen keine Leistung bei Berufsunfähigkeit mehr bekommen. Aber wie ist es bei Leuten, die in keine BU aufgenommen werden, da durch einen genetischen Defekt das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko bei einer 100%igen Wahrscheinlichkeit liegt?
    Welche Alternativen für eine Vollabsicherung gibt es? (Zumindest für Kinder)

    Viele Grüße
    Heike

    • Patty Kemnitz sagt:

      Hallo Heike,

      das können wir leider gar nicht so genau beantworten. Auch bei einer Pflegeversicherung oder Dread Disease müssen Gesundheitsfragen beantwortet werden.
      Sie können jedoch gern unser Beraterteam kontktieren, welches mit Ihnen das Thema ausführlich bespricht und versucht eine Lösung zu finden http://versicherungen.friendsurance.de/beratung/

      Viele Grüße,
      Patty Kemnitz

  5. Meier sagt:

    Kann ich mit 55 Jahren mich auch noch BU versichern. Und macht das Sinn? Was würde das in meinem Alter kosten? MFG Meier

Ihre Meinung