Fahrraddiebstahl: Wie man den Versicherungsanspruch geltend macht

• Katja Nauck • 2 Kommentare • 
Per E-Mail senden
Facebook0
Google+0
https://blog.friendsurance.de/fahrraddiebstahl/
LinkedIn

Endlich Sommer, endlich Fahrradzeit und leider auch Fahrraddiebstahl-Zeit. Fahrräder sind einfach zu klauen, schnell wieder zu verkaufen und aufgeklärt werden bundesweit knapp 10 % und in Berlin sogar nur etwa 4,3 % der Diebstähle. Fahrraddiebstahl ist damit ein ziemlich gutes Geschäft für die Langfinger. Und ein äußerst ärgerliches für ehemalige Fahrradbesitzer. Daher ist es wichtig, das Fahrrad gegen Diebstahl zu versichern.

Fahrrad-Versicherung

Allein in Berlin wurden 2013 laut Polizei ganze 26.513 Fahrraddiebstähle gemeldet, also wurden täglich 72 Fahrräder geklaut. Seit 1998 ist das der höchste veröffentlichte Wert. Deswegen ist es wichtig, sein Fahrrad immer gut abzusichern, bevor man es irgendwo stehen lässt. Nützlich können natürlich auch Gadgets wie z. Bsp. Fahrrad-Tracker sein.

Doch was ist, wenn trotz aller Vorkehrungen das Fahrrad am Ende des Tages weg ist? Die folgenden wichtigen Schritte helfen dabei, den Versicherungsanspruch geltend zu machen, um nicht auf dem Schaden sitzen zu bleiben:

1. Den Fahrraddiebstahl der Polizei melden

Auch wenn die Chance verschwindend gering ist, dass Ihr Fahrrad nochmal auftaucht, melden sollten Sie Den Diebstahl auf jeden Fall innerhalb von 48 Stunden. Das ist mittlerweile sogar online möglich. Und wer weiß: Vielleicht haben Sie ja doch Glück. Außerdem brauchen Sie die Diebstahlanzeige der Polizei als Beweis, um den Versicherungsanspruch überhaupt bei der Versicherung melden zu können.

2. Welcher Versicherungsanspruch besteht?

Die Hausratversicherung übernimmt nur in bestimmten Fällen den Schaden eines Fahrraddiebstahls. Deswegen sollte man, bevor man den Versicherungsanspruch meldet, erst einmal überprüfen, was die Versicherung überhaupt abdeckt. Im Regelfall zahlt sie nämlich nur dann, wenn das Fahrrad aus der Wohnung, dem abgeschlossenen Keller oder der abgeschlossenen Garage entwendet wurde. Wenn man allerdings zusätzlich über die Hausratversicherung den Punkt Fahrraddiebstahl absichert, dann ist das Fahrrad auch während des Gebrauchs (natürlich nur, wenn es ordnungsgemäß angeschlossen ist) außerhalb des versicherten Wohnraums geschützt.

Irrtümlich wird oft vermutet, Fahrraddiebstal wäre auch über die Haftpflichtversicherung abgesichert. Das ist nicht so: Die Haftpflichtversicherung regelt Schäden, die man selbst dritten Personen, dem Sacheigentum dritter Personen oder dem Vermögen dritter Personen zufügt. In der Haftpflichtversicherung ist Fahrraddiebstahl nicht inbegriffen. Wenn man z.B. auf dem Fahrrad unterwegs ist und bei einem Unfall eine dritte Person verletzt, würde die eigene Haftpflichtversicherung die Unfallkosten der verletzten Person übernehmen. Die Schadensregulierung läuft dabei immer über die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers.

3. Den Versicherungsanspruch geltend machen

Soll die Hausratversicherung den Schaden übernehmen, müssen Sie ihn unverzüglich melden. Wichtig sind für die Versicherung neben dem Wert des Fahrrades vor allem folgende Punkte:

1. Angabe des polizeilichen Aktenzeichens der Anzeige bei der Polizei: Wichtig ist ein Beweis für den Besitz des Fahrrades. Im Idealfall hat man die Seriennummer des Rads parat. Aber auch Foto, Kauf- oder Reparaturbelege können als Eigentumsbeweis dienen.

2. Manche Versicherungen verlangen auch eine Bescheinigung des örtlichen Fundbüros, bei dem man sich ebenfalls melden sollte.
3. Beantwortenn Sie unbedingt folgende Fragen: Wo und wann ist das Fahrrad gestohlen worden? Wo und wie war das Fahrrad zum Zeitpunkt des Diebstahls angeschlossen? Falls es aus einem Raum gestohlen wurde: Konnten Einbruchsspuren festgestellt werden? Die Versicherung möchte hier überprüfen, ob ein Versicherungsanspruch für den Fahrraddiebstahl besteht, denn die meisten Versicherungen haben einige Einschränkungen, die ausgeschlossen werden müssen.
4. Es kann zudem nicht schaden, das aufgebrochene Schloss mitsamt Schlüssel (wenn es noch da ist) als Beweis mitzubringen.

Übrigens: Viele Versicherungen haben Vordrucke für Schadensmeldungen auf ihrer Homepage. Diese kann man sich einfach runterladen und ausfüllen, und weiß somit genau, welche Angaben für die Versicherung wichtig sind.

Warten Sie auf die Versicherung!

Wenn der Fahrraddiebstahl nach drei Wochen nicht aufgeklärt werden konnte, beziehungsweise das Fahrrad nicht wieder aufgetaucht ist, haben Sie Anspruch auf Schadensregulierung der Hausratversicherung. Bei einer guten Versicherung sollten Sie im Regelfall nicht länger als maximal 2 bis 3 Wochen auf die Bearbeitung der Unterlagen warten müssen. Die Überprüfungszeit kann sich aber natürlich je nach Umfang des gemeldeten Schadens verlängern.

Außerdem – klappern Sie mal die verschiedenen Flohmärkte der Stadt ab, in Berlin beispielsweise den Flohmarkt in Treptow beim Badeschiff oder sonntags im Mauerpark. Es kann auch nicht schaden, mal ein Auge auf Ebay zu halten, ob das Fahrrad dort auftaucht.

Katja Nauck war bis November 2016 Social-Media-Managerin bei Friendsurance und verantwortete den Content im Friendsurance Blog. Sie sammelte bereits Erfahrung als Blogredakteurin und Social Media Verantwortliche für verschiedene Startups und Verlage.

2 Meinungen

  1. Tom sagt:

    Hallo Katja, nette Idee, abklappern der Flohmärkte und Ebay/Kleinanzeigen etc. Wer hat die Zeit dafür?

    Ich fände es durchaus sinnvoll, wenn die Polizei (offiziell und auch zivil) ab und zu über diese Märkte streift, Nummern der Fahrräder kontrolliert und eventuell Eigentumsnachweise von den Verkäufern einfordert. Das würde sicher eine schon Reduzierung des Angebots bewirken. Ein großer Anteil der gestohlenen Fahrräder taucht sowieso nicht in der gleichen Stadt auf, bzw. verschwindet gleich ins Ausland (Stichwort „gestohlene Fahrräder Ausland“ suchen:)
    Desweiteren könnte man bei hochwertigeren Fahrrädern auch einen „Fahrzeugschein“ einfordern. Aber das ist Zukunftsmusik. Aufklärungsquoten von 10% und weniger sprechen eine klare Sprache…

    • Patty Kemnitz sagt:

      Hallo Tom.

      da hast du natürlich vollkommen Recht. Das Abklappern der Floohmärkte und Portale ist sicher ein aufwendiger Schritt, aber auf jeden Fall auch ein Weg, wie man selbst direkt handeln kann.

      Viele Grüße
      Patty Kemnitz

Ihre Meinung