Infografik: Die deutsche Fintech-Landschaft

Deutsche Fintech-Startups im Überblick

• Katja Nauck • 15 Kommentare • 
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Fintech boomt und wird mit seinen innovativen Technologien die Finanzdienstleistungsbranche in Deutschland in den nächsten Jahren grundlegend verändern. Fintech-Startups arbeiten extrem kundenzentriert und hinterfragen die geltenden Gesetzmäßigkeiten. Inzwischen gibt es auch auf dem deutschen Markt eine unübersichtliche Vielseitigkeit an jungen Fintech-Unternehmen. Unsere Infografik zeigt auf einen Blick, welche Fintech-Startups und digitalen Innovationen sich in Deutschland entwickelt haben.

Deutsche Fintech Startups Infografik © Friendsurance

Die Bedeutung und Verbreitung von Fintech

Die Abkürzung Fintech (Finanztechnologie) bezeichnet alle digitalen Innovationen im Finanzdienstleistungsbereich. So genannte Fintech-Startups sind junge, webbasierte Unternehmen, die durch ihren kundenbezogenen mobilen Service und die Nutzung neuer digitaler Technologien den bisherigen Finanzdienstleistungssektor stark beeinflussen und nachhaltig verändern können. Dass Fintech kein kurzfristiger Trend ist, zeigte sich auch auf dem jüngsten Weltwirtschaftstreffen in Davos Ende Januar 2016, wo laut Medienberichten fast jede Bank von der Fintech-Thematik sprach.

Das Zentrum der Fintech-Szene, wie unsere Infografik zeigt, ist derzeit Berlin, da sich hier über 20 Unternehmen die meisten Startups angesiedelt haben. Dahinter folgen München, Hamburg und Düsseldorf. Die europäische Fintech-Szene trifft sich derzeit vor allem in London, das man als Herz und Gehirn der Finanztechnologie bezeichnen kann. Im deutschen Raum ist es vor allem Frankfurt und Köln, wo die größten Fintech-Treffen stattfinden. Trotz einiger Netzwerktreffen in Berlin fehlt es hier noch an einem größeren Event. Mehr Aufmerksamkeit für die Fintech-Thematik schafft das zweite Mal in Folge der Wettbewerb zum besten Fintech-Startup des Jahres, der von PaymentandBanking veranstaltet wird.

Das Who-is-Who der Fintech-Startups

Was macht die einzelnen Fintech-Bereiche aus und welche Startups gehören dazu? Unsere Fintech Infografik stellt sie vor.

Banking

Die mobile Kontoführung ohne Bankschalter bedient das Kundenbedürfnis nach individueller, schneller und unkomplizierter Finanzverwaltung.

Dazu gehören u.a.:
Fidor Bank: webbasierte Direktbank mit klassischem Kontoangebot und Social-Banking Ansatz
Gini: eine Banking App & Anbieter technischer Lösungen zur Dokumentenanalyse
Number26: Mobiles Girokonto inklusive MasterCard, Mobile App und Online-Banking

Insurance

Im Versicherungsbereich entstehen faire, einfache und kundenorientierte Versicherungsmodelle.

Dazu gehören u.a.:
Fairr: eine Plattform für alternative Produkte zur Altersvorsorge wie Riester-, Rürup-Rente und betriebliche Altersvorsorge
GetSafe: ein digitaler Versicherungsmanager
Friendsurance: erstes Peer-to-peer-Versicherungskonzept, das Versicherte gleicher Versicherungsart in Gruppen zusammenschließt und eine Beitragsrückzahlung ermöglicht

Lending

Darunter versteht man den Online-Vergleich flexibler Ratenkredite und die Vergabe von Privatkrediten außerhalb eines Finanzinstituts.

Dazu gehören u.a.:
Smava: Online-Vergleichsportal für Ratenkredite
Auxmoney: ein Crowdfunding & Crowdlending-Kreditmarktplatz
Kreditech: „Digitales Banking“, bei dem Kreditwürdigkeit anhand von Big Data und selbstlernenden Algorithmen geprüft wird
Payment

Die Zunahme digitaler Geschäftsabschlüsse erfordert neue Bezahlmodelle mit geringen Transaktionskosten und einfacher Abwicklung.

Dazu gehören u.a.:
Cringle: Zahlungslösung für Transaktionen unter Freunden
SumUp: Mobiles Kassensystem für Händler
Barzahlen: Bezahlverfahren, das Online-Käufe mit Barzahlung ermöglicht

Trading & Investing

Dahinter steckt eine mobile Verwaltung von Aktiendepots und die Optimierung der persönlichen Investitionsstrategien durch Austausch mit Experten.

Dazu gehören u.a.:
Cashboard: Technologieplattform zur transaktionskostenfreien Steuerung von Anlageprodukten
Weltsparen: Online-Marktplatz für Festgelder europäischer Banken
Easyfolio: Unabhängiger Anbieter einfacher Investmentlösungen

Das Fintech-Glossar

Big Data

Einsatz und Auswertung großer Datenmengen aus vielfältigen Quellen zur Erlangung von Wettbewerbsvorteilen, Segmentierung von Kunden und Generierung von Einsparpotenzialen.

Neo Investing

Privatanleger können sich bereits mit geringen Beträgen ab 250 € an jungen Unternehmen und einzelnen Immobilien beteiligen.

Peer-to-peer

Die Wertschöpfung kommt (teilweise) durch Verknüpfung von Privatpersonen zustande, statt nur auf dem Austausch zwischen Unternehmen und Kunde zu beruhen.

Social Banking

Ist ein Sammelbegriff für privatwirtschaftliche Banken, die soziale und ökologische Belange beachten.

Social Trading

Privatanleger teilen ihre Anlagestrategien in einem sozialen Netzwerk, um voneinander zu profitieren.
Ihnen fehlt ein Begriff oder Sie haben eine Anmerkung zur Fintech-Thematik? Sehr gern tauschen wir uns hier in den Kommentaren mit Ihnen aus.

 

Katja Nauck war bis November 2016 Social-Media-Managerin bei Friendsurance und verantwortete den Content im Friendsurance Blog. Sie sammelte bereits Erfahrung als Blogredakteurin und Social Media Verantwortliche für verschiedene Startups und Verlage.

15 Meinungen

  1. […] Infografik und der Blog von Friendsurance bieten Dir einen Überblick über die verschiedenen Bereiche des deutschen FinTech Markts – von […]

  2. Mike sagt:

    Schöne Übersicht. Ist geplant, sie laufend zu aktualisieren?

    Bei Events kann man noch das DVFA Fintechforum in Frankfurt am 24.3., sowie die Fintechstage in Mailand ergänzen. Am 22.6.15 findet das Fintechforum zudem in Wien statt.

    http://www.dvfa.de/konferenzen-foren/veranstaltungen/fintech-forum/

    http://fintechstage.com

    http://www.fintechforum.de/wien/

    • admin sagt:

      Hallo Mike,

      danke schön für Ihr Lob.

      Wir werden die Grafik in jedem Fall aktualisieren. Danke schön für die weiteren Hinweise und Tipps. Über die Aktualisierung werden wir auf Twitter und Facebook informieren. Folgen Sie uns doch (@friendsurance), dann bleiben Sie auf dem Laufenden!

      Viele Grüße

      Katja Nauck

  3. Thomas sagt:

    @Mike Da fehlt auch so noch einiges, Frankfurt ist weder als Stadt noch für Events verzeichnet. Aber trotzdem ein sehr guter Anfang! 🙂
    Wenn Mailand und Wien dazukommen sollten würde ich eher noch die Schweiz mit reinnehmen (finance20.ch zBsp).

    • admin sagt:

      Lieber Thomas,

      Ihnen auch besten Dank für den Kommentar und Hinweis.
      Da wir die deutschen Fintech-Zentren aufzeigen wollten, haben wir Österreich und die Schweiz außen vor gelassen. Frankfurt werden wir bei der Aktualisierung hinzunehmen.

      Viele Grüße

      Katja Nauck

  4. […] News-Portal übrigens als Kategorisierung übernommen. Danke für die Inspiration Mehr Infos? friendsurance.de Kein Geheimnis. Teilen. Categories: Analyse friendsurance Tags: FinTech-Landschaft […]

  5. HowlingMadManu sagt:

    Mir wurde der „ARTikel“ empfohlen zu lesen und ich empfinde es als große Werbekampagne(Die Informativität ist gen null, Anpreisungen von Firmen ganz groß!). Und am Ende des ersten Anschnittes dann noch diese GenderFrage. Ich interessiere mich zwar stark für alternative Anlagemöglichkeiten aber wenn in einer Firma der Name Samwer(wahrscheinlich nicht verwandt oder verschwägert!) auftaucht, klingel bei mir alle Alarmglocken.
    Also Ich unterstelle der Autorin mal keinen finanziellen Gewinn durch die Promotion aber ehrlich gesagt: überflüssig

    Bin mal gespannt ob mein Beitrag gepostet oder zensiert wird!

  6. admin sagt:

    Hallo HowlingMadManu,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir zensieren grundsätzlich keine Beiträge, wenn Sie sich in einem gewissen Rahmen bewegen. Jeder darf hier seine Meinung äußern.
    Es freut mich, dass unser Artikel empfohlen wurde. Mit einer Werbekampagne hat das allerdings gar nichts zu tun. Wir zeigen lediglich beispielhaft eine Reihe der Firmen, die sich im Bereich Fintech positioniert haben, da wir einen Bedarf solch einer graphischen Darstellung festgestellt haben. Sie wurde von vielen Medien sehr positiv aufgenommen.
    Welche Informationen hätten Sie denn darüber hinaus aus dem Bereich Fintech noch interessiert?

    Viele Grüße
    Katja Nauck

  7. Florian Kling sagt:

    Guten Tag Frau Nauck,
    eine tolle Grafik! Die möchte ich am liebsten als Poster drucken und bei uns im Büro aufhängen – dann müsste aber schon unser Logo von Aktienfreunde.net auch unter Trading zu finden sein 🙂

    Die Kategorie würde ich übrigens nicht Trading sondern Investing oder Investments nennen, denn Trading ist nur ein sehr kleiner Teil der aufgeführten StartUps und umfasst nicht Themen wie Altersvorsorge, Sparen oder langfristige Geldanlage.

    Weiter so!

    • admin sagt:

      Hallo Florian,

      vielen Dank für das Lob und Ihr Feedback. Für eine zukünftige Aktualisierung der Grafik werden wir Ihre Vorschläge sehr gern berücksichtigen.

      Viele Grüße

      Katja Nauck

  8. Amon sagt:

    Hallo Katja,

    eine tolle Übersicht. Ich bin gespannt, wie sich das Geschäft der FinTech-Startups entwickeln wird. Das Verhätlnis zum persönlichen Berater bei der Bank oder Versicherung wird wesentlich durch Vertrauen geprägt ist – es gibt sicher eine Verbindung des Vertrauensverlusts in Banken nach der Krise 2008 und dem aufkommen der FinTech Unternehmen.

    Bei rein digitaler Kommunikation ist es jedoch manchmal schwierig Vertrauen wieder aufzubauen. Ich arbeite für https://flexperto.com, wir digitalisieren die Kundenkommunikation mit einer Software, die unter anderem Videoberatung beinhaltet. Videoberatung macht es denke ich einfacher im persönlichen Gespräch von Angesicht zu Angesicht Vertrauen aufzubauen. Vielleicht wäre das auch noch eine spannende Kategorie – Thema Vertrieb oder Kundenkommunikation? Hier tut sich auch einiges IMHO.

    Beste Grüße,

    Amon

    • admin sagt:

      Hallo Amon,

      vielen Dank für Ihren spannenden Kommentar und Hinweis. Da haben Sie sicherlich Recht. Der Herausforderung des Online-Makler ist es, die Vorteile der schnellen und raschen Onlinekommunikation mit der persönlichen, vertrauensvollen Beratung im traditionellen Versicherungsbereich zu verbinden. Viele Kunden sind natürlich noch sehr in diesem Bereich verhaftet und erwarten vom Makler das Auge-in-Auge-Gespräch wie wir es bei Herr Kaiser von der Hamburg-Mannheimer noch kennen. Dennoch sehen wir gewissen Voreile für den Kunden beim digitalen Versicherungskauf – der Kunde kann sich völlig frei und ohne Druck durch einen Geschäftsabschluss zunächst informieren und jederzeit, wann er dafür bereit ist, seine Tarifwahl ausführen. Wir sitzen nicht mit dem Kunden auf seiner Couch, aber wir stehen ihm beratend mit zahlreichen Tipps (wie hier in unserem Versicherungsratgeber) zur Seite und informieren ihn umfassend, bevor er seine Tarifwahl tätigt. Wir sind offen für den Kunden, er erreicht uns per Telefon, Mail und auf unseren Social-Media-Kanälen und kann sich ausführlich informieren und mit uns in Kontakt treten.
      Videoberatung, wie Sie flexperto anbietet, ist da sicherlich ein sehr spannender und wichtiger Schritt in diese Richtung und erweitert die Möglichkeiten der persönlichen, digitalen Kundenkommunikation.

      Viele Grüße

      Katja Nauck

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