Handy kaputt oder gestohlen: Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?

• Andra Lipinski • Keine Kommentare • 

Der Anbieter von Handyversicherungen Friendsurance veröffentlicht wieder spannende Zahlen zu Handyschäden. Diese helfen Handykäufern einzuschätzen, welche Kosten im Schadensfall auf sie zukommen und ob sich eine Handyversicherung für sie tatsächlich lohnt.

Infografik Handy Smartphone iPhone Schäden - Handy Kaputt oder Gestohlen: Kosten

User müssen im Durchschnitt mit rund 350 € pro Schaden rechnen

Wie wahrscheinlich ist es, dass ein teures Smartphone bereits nach kurzer Zeit kaputt geht? Ziemlich hoch. Über 50% der Schäden wurden schon im ersten Jahr nach Abschluss der Handyversicherung gemeldet. Im zweiten Jahr waren es dann weitere 33%. 

Nicht alle Schäden sind gleich aufwändig zu reparieren oder fallen gleich teuer aus. Smartphone-Besitzer müssen jedoch im Durchschnitt für eine Handyreparatur tief in die Tasche greifen, es sei denn, sie sind versichert. Im Jahre 2018 belief sich ein Handyschaden auf durchschnittlich 349 € (über alle Schadensarten hinweg), und war damit etwas höher als noch vor zwei Jahren. Der Grund ist, dass die Smartphones immer teurer und komplexer werden und sich somit auch die Reparaturen aufwändiger gestalten. Dabei müssen Apple- und Huawei-Nutzer mit den höchsten Kosten rechnen.

Die Preise der Reparaturdienstleister variieren zum Teil erheblich für das gleiche Modell. Die Gründe dafür sind nicht nur die veranschlagte Zeit für eine Reparatur und die Extra-Services (z.B. Express-Tausch), sondern auch die Frage, ob der Ersatz mit Originalteilen oder mit deutlich günstigeren – (und oft auch anfälligeren No-Name-Ersatzteilen) – erfolgt.

Schadenskönig wird 2018 erneut Apple

Die meisten Schäden werden in Deutschland für Smartphones von Apple und Samsung gemeldet. Das ist wenig überraschend, da die beiden Hersteller hierzulande fast drei viertel aller Geräte verkaufen. Doch obwohl Apple mit 25% einen deutlich geringeren Marktanteil als Samsung (47%) hat, liegt Apple auf Platz 1 im Ranking der Schadensmeldungen, knapp vor seinem Konkurrenten. Über 40% aller Handyschäden in Deutschland werden von iPhone-Nutzern gemeldet.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Apple-Geräte anfälliger sind als Samsung-Geräte. Vielmehr werden sie aufgrund ihres hohen Kaufpreises überproportional häufig versichert. Auch Samsung rangiert mit vielen Modellen in der höheren Preisklasse (über 600 €), doch iPhones, insbesondere die Flaggschiffe, zählen zu den teuersten Smartphones überhaupt.

Daher sind 51% der bei Friendsurance abgeschlossenen Handyversicherungen für Apple-Geräte. Verständlich, da bei iPhones auch die höchsten Reparaturkosten anfallen. Allein für einen Displaytausch mussten iPhone X-Besitzer 2018 rund 300 € zahlen.

Smartphone Hersteller Deutschland: Samsung Apple Huawei

Displaybruch: Weiterhin auf Platz 1 der Handyschäden

Displaybruch, der Klassiker, bleibt auch 2018 der meist verbreitete Handyschaden und macht rund 54% aller Handyschäden aus, die bei Friendsurance eingegangen sind.

Schaut man sich im Café oder in der Bahn um, bestätigt sich das Bild auch im direkten Umfeld. Kaum ein Nutzer wischt auf einem intakten Handydisplay. Die angeschlagenen Geräte unterscheiden sich lediglich darin, ob die Schutzfolie oder direkt der Bildschirm zerkratzt und zersplittert sind.

Denn die Bildschirme werden bei neueren Smartphone-Modellen immer größer – das macht die Nutzung von Multimediafunktionen, z.B. das Sichten von Bildern und Videos, zwar wesentlich angenehmer, doch liegen die Geräte dadurch auch nicht mehr so gut in der Hand und landen häufiger auf dem Boden.

Die gute Nachricht ist aber, vor Displaybrüchen kann man sein Smartphone schützen, z.B. mit einer Hülle oder Folie, denn Vorsicht ist bekanntlich besser als Nachsicht. Ungeschützte Handys gehen im Schnitt doppelt so häufig kaputt, als Smartphones mit Hülle und/oder Folie (laut Clickrepair). Das belegt auch ein Geschlechtervergleich: laut Clickrepair statten 83% der Frauen und 76% der Männer ihre Smartphones mit Schutzhüllen und Folien aus. Daher meldeten Frauen 2018 auch weniger Handyschäden (39%). Die Kosten für diese zusätzliche Ausstattung fallen außerdem verhältnismäßig gering aus.

Mit einer Schutzfolie gehen Stürze in den meisten Fällen zwar gut, aber eben nicht immer. Idealerweise sollten Sie also gleich nach dem Kauf überlegen, ob in Ihrem Fall neben einer Schutzhülle auch eine Handyversicherung sinnvoll ist.

Vor allem Huawei-Besitzer sollten über Schutzmaßnahmen nachdenken. Denn bei den neueren Huawei-Modellen sind Displays teuer in der Anschaffung. Das wirkt sich dann entsprechend auf den Reparaturpreis aus, der mit rund 350 € zu den teuersten Displayreparaturen gehört. Bei den neueren Geräten der Samsung Galaxy-Reihe fallen die Kosten bei Displaybrüchen deutlich geringer aus, sind aber mit rund 275 € pro Schaden auch nicht zu unterschätzen.

Wasserschaden: Nur teure Handys sind wasserdicht

Möglicherweise bleibt auch Ihrem Handy der Sprung ins kalte Wasser nicht erspart. Denn Wasserschäden stehen auf Platz 3 der häufigsten Handyschäden. Sie machen nur etwa 4% aller Schadensmeldungen aus, jedoch geht ein Wasserschaden an die Substanz. 

Bildschirme sind noch relativ schnell ausgetauscht und schon kann das Handy wieder vollumfänglich verwendet werden. Nicht so, wenn Flüssigkeit tief ins Innere der Geräte dringt und sie funktionsuntüchtig macht, bis hin zum Totalschaden. Dabei muss es gar nicht ins salzige Meerwasser gefallen sein, sondern es reicht auch schon das kurze Eintauchen in die Badewanne. Bei vielen Geräten zumindest, besonders in der preislichen Mittelklasse…

Doch auch an diesem Punkt kommt eine gute Nachricht, vornehmlich für die Besitzer hochwertiger Smartphones. Das iPhone 11, das Samsung Galaxy S10 und das Huawei P30 Pro z.B. gelten als wasserdicht, – unter bestimmten Einschränkungen, die sich je nach Handymodell unterscheiden (das iPhone 11 z.B. kann laut Hersteller bis zu 30 Minuten bei einer Wassertiefe von bis zu 2 Metern – und sogar Salzwasser, Kaffee oder Limo – unbeschadet überstehen).

Dass die neueren Modelle zunehmend wasserdicht sind, spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Waren 2016 noch rund 7% der Handyschäden auf Flüssigkeit zurückzuführen, so waren es 2018 nur noch rund 4%, ein deutlicher Rückgang in zwei Jahren.

Diebstahl: Weniger wahrscheinlich, jedoch mit weitreichenden Folgen

Besonders ärgerlich ist es, wenn das Handy gestohlen wird. Dann können auch die persönlichen Bilder und Inhalte nicht mehr gerettet werden und gespeicherte sensible Daten – wie Bank-, Paypal-, eBay- und Amazon-Logins – den Dieben ungehinderten Zugriff gewähren. 

Unwahrscheinlich? In den letzten 5 Jahren zeichnet sich ein klarer Trend ab: Immer mehr Handyschäden sind auf Diebstahl zurückzuführen. Dabei haben die Diebe in diesem Zeitraum deutlich häufiger bei iPhones zugeschlagen, als bei Samsung Geräten. Die Anzahl von regulierten Diebstahl-Schäden bei Apple iPhones im Vergleich zu Samsung-Geräten war um 61% höher.

Wer sofort Anzeige erstattet, hat gute Chancen zumindest das Smartphone von der Versicherung erstattet zu bekommen. Die Verhinderung des Identitätsdiebstahls ist dann Aufgabe der Polizei.Wird das Handy gestohlen, handelt es sich fast immer um einen Totalschaden, da Taschendiebstähle – laut Bundespolizei – in nur 6 von 100 Fällen aufgeklärt werden können. Folglich sind die Kosten eines Handydiebstahls entsprechend hoch. Bei den neueren Apple Modellen sind das gleich über 700 €, bzw. bei einem iPhone 11 Pro sogar über 1.000 €.

Risikobereitschaft ist eine Typfrage. Sind Sie überhaupt bereit in ein teures Handy zu investieren? Wenn ja, statten Sie es mit einer Schutzhülle und Panzerglas aus? Denken Sie sogar über eine Handyversicherung nach? Je nachdem ob es nur ein Displaybruch oder doch ein Totalschaden ist, müssen Sie bei einem Smartphone in der Preisklasse 1.000 € bis 1.250 € mit Reparaturkosten von 310 € bis über 700 € rechnen. Demgegenüber fällt eine Handyversicherung mit 119,88 € pro Jahr, inkl. Diebstahlschutz und ohne Selbstbeteiligung, vergleichsweise günstig aus.

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